Geschäftsbericht 2025

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Aus Erfahrung wird Wissenschaft: Geberit macht die Keramikproduktion berechenbar und effizient. Das Ergebnis ist bessere Qualität bei deutlich geringerem Ressourcenverbrauch.

Früher gleicht die Keramikproduktion einem alchemistischen Ritual. Ton, Quarz, Feldspat und Wasser werden zu Schlicker vermischt – eine empfindliche Zusammensetzung, deren Gelingen von Wetter, Luftzirkulation und Wasserqualität abhängt. Vieles beruht auf Erfahrung und Bauchgefühl. «Die erfahrenen Keramiker galten als Magier», erinnert sich Łukasz Olejnik, Produktionsleiter im Werk Koło. «Sie sahen mit einem Blick, ob der Schlicker taugt – reine Intuition.»

Daten statt Gefühl

Heute schreibt Geberit ein neues Kapitel in der Keramikherstellung. Seit Kurzem misst und analysiert das Werk in Koło sämtliche Prozessparameter – von Temperatur und Luftfeuchtigkeit bis zu Mischverhältnissen und Verweildauer. Die Produktion folgt nun einer klaren Logik, gestützt auf Daten und Verständnis statt auf Zufall. Die Resultate sprechen für sich: 40 Prozent weniger Ausschuss, aber auch der Energie- und Wasserverbrauch sowie der CO2-Ausstoss sinken. «Bessere Qualität bei weniger Ressourcenverbrauch», sagt Łukasz Olejnik. «Das ist echte Nachhaltigkeit.»

In der polnischen Keramikfabrik in Koło werden Bauchgefühl und Intuition durch messbare Parameter ersetzt. (Foto)
Im Keramikwerk in Koło werden Gefühl und Intuition durch messbare Parameter ersetzt.
Roboter werden in der Keramikproduktion in Polen eingesetzt.  (Foto)
Auch Roboter kommen zum Einsatz in der Keramikproduktion.
Ein Blick auf die Toilettenproduktion in Koło. (Foto)
Eine polnische Mitarbeiterin in der WC-Produktionshalle.
Keramikrohlinge im polnischen Werk in Koło.  (Foto)
So sehen Keramikrohlinge aus.
Heisse Angelegenheit: Blick in den Brennofen in Koło. (Foto)
In diesem Ofen werden die Keramiken gebrannt.
Luftaufnahme des polnischen Keramikwerks in Koło. (Foto)
Luftaufnahme des polnischen Keramikwerks in Koło.

Die Gewohnheit entmachten

Doch die wahre Veränderung spielt sich im Denken ab. Die Mitarbeitenden lernen, Zusammenhänge zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen. Schritt für Schritt entsteht ein neues Verständnis dafür, wie Technik, Wissen und Erfahrung ineinandergreifen. So wandelt sich ein traditionsreiches Handwerk in einen modernen Prozess – präzise, effizient und transparent. Und Łukasz Olejnik schmunzelt: «Wir haben die Magie nicht zerstört. Wir haben sie nur erklärt.»