Geschäftsbericht 2025

Geschäftsbericht 2025

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Soziale Verantwortung

Soziale Verantwortung bei Geberit

Unser Ansatz

Geberit übernimmt gesellschaftliche Verantwortung mit einem Schwerpunkt auf fairen Chancen auf dem Arbeitsmarkt und der Schaffung nachhaltiger beruflicher Perspektiven. Dieses Engagement wird in zwei komplementären Bereichen umgesetzt: Zum einen durch Projekte, welche die Berufsbildung in der Sanitärbranche stärken und gleichzeitig den Zugang zu sauberem Wasser sowie zu sanitärer Infrastruktur in Entwicklungsländern verbessern. Zum anderen durch die Arbeitsintegration von Menschen mit Beeinträchtigungen im Umfeld der eigenen Standorte. Hierzu arbeitet Geberit mit sozialen Werkstätten zusammen und schafft inklusive Arbeitsplätze in eigenen Betrieben. Auf diese Weise wird gezielt dazu beigetragen, individuelle Erwerbschancen zu verbessern und die Lebensqualität vieler Menschen langfristig zu erhöhen.

Projekte mit Lernenden

Seit 2008 werden Sozialprojekte mit Geberit Lernenden in Entwicklungs- und Schwellenländern durchgeführt. Dieses soziale Engagement hat inzwischen Tradition: Unter fachlicher Anleitung renovieren die Lernenden sanitäre Anlagen in Bildungs-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen und erwerben dabei interkulturelle, sprachliche und berufliche Kompetenzen. Zugleich agieren sie als Botschafter für das Unternehmen und dessen gesellschaftliches Engagement. Die Sozialprojekte tragen konkret zum Ziel 6 der Agenda 2030 der Vereinten Nationen bei, weltweit allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung zu ermöglichen.

Im Jahr 2025 reisten zehn Lernende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Kenia. In der Mädchenschule Kagwe Girls School im Kiambu County im Norden des Landes bauten sie 23 WCs, 8 Waschbecken und 16 Duschen ein und stellten die Wasserversorgung sicher. Das Projekt kommt 1 200 Schülerinnen und deren Lehrpersonen zugute.

Global engagiert

Mit der Strategie des sozialen Engagements stärkt Geberit explizit den Beitrag des Unternehmens zum Ziel 8 der Agenda 2030 der Vereinten Nationen: Förderung von inklusiver, gleichberechtigter und hochwertiger Bildung für alle. Operativ umgesetzt wird dieser Schwerpunkt mittels diverser Berufsbildungsprojekte. In Partnerschaft mit der Hilti Foundation und der schweizerischen Stiftung Swisscontact wird seit 2024 ein duales Berufsbildungsprogramm für Sanitärfachleute in Kenia umgesetzt. Das Trainingszentrum in Karen bei Nairobi wurde im Jahr 2024 errichtet und ausgerüstet. Neben Materialspenden ist Geberit massgeblich an der Weiterentwicklung des Curriculums sowie an der Weiterbildung der Berufslehrpersonen und der Lehrmeister beteiligt. Zudem wurden die lokalen Lernenden mit Stipendien unterstützt. 2025 schlossen 35 Lernende des zweiten Jahrgangs ihre Ausbildung erfolgreich ab. Das Sanitärfach zählt seit dem Programmstart 163 Lernende; knapp 80 haben die Lehre bereits abgeschlossen. Rund 80% der Absolventinnen und Absolventen wurden nach dem Abschluss als Sanitärfachleute angestellt. Etwa 25 lokale Sanitärbetriebe beteiligen sich am Programm als Lehrbetriebe.

In der Ukraine führt die lokale Geberit Vertriebsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), der schweizerischen Stiftung Swisscontact sowie mit dem ukrainischen Bildungsministerium ein seit Jahren bestehendes Berufsbildungsprojekt weiter. Im Zeitraum zwischen 2023 und 2025 (dritte Programmphase) schlossen 2 067 Personen die Ausbildung im Sanitärfach ab. Die Abschlussquote betrug 88%. Zusätzlich nahmen 23 Lehrkräfte aus 22 Berufsschulen an weiterbildenden Trainings teil. Da eine sehr hohe Nachfrage nach Kurzzeitkursen für Erwachsene besteht, wurden im Berichtsjahr zwei neue Ausbildungszentren akkreditiert, in denen über 100 Personen eine Schulung im Sanitärfach absolvierten. Zudem wurden 19 Berufsschulen mit Sanitär- und Lehrmaterial unterstützt. Weitere 35 Schulen und Bildungseinrichtungen erhielten insgesamt 700 Geberit Waschtische. Im Berichtsjahr wurde das Engagement in der Ukraine erheblich ausgeweitet: Geberit beteiligt sich am Wiederaufbauprogramm der Schweizerischen Eidgenossenschaft unter der Leitung des schweizerischen Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Bis Ende 2027 sollen sanitäre Anlagen in rund 150 Berufsbildungsinstitutionen modernisiert werden. Geberit liefert dazu über 5 300 WCs und Waschtische. Die Installationen werden von ukrainischen Berufsschülerinnen und ‑schülern selbst ausgeführt – begleitet von ihren Ausbildenden und Geberit Fachkräften. So entstehen moderne Infrastrukturen und neue Kompetenzen zugleich. Bis zum Ende des Berichtsjahrs wurden die entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen abgeschlossen. Der Beginn der Renovationsarbeiten ist für Anfang 2026 vorgesehen.

Darüber hinaus unterstützte Geberit die Basler Stiftung L’Unique, die in Schulen in Nepal sanitäre Anlagen baut, sowie den Jugendwettbewerb der Swiss Water Partnership, eines Netzwerks von über 70 Schweizer Organisationen, das innovative Lösungen für globale Wasserprobleme entwickelt.

Alle Sozialprojekte werden regelmässig – auch nach dem Abschluss der entsprechenden Projekte – von Mitarbeitenden vor Ort oder in Kooperation mit NGOs begleitet und evaluiert. Insgesamt beliefen sich die entsprechenden Spenden (Produktspenden und finanzielle Beiträge) im Berichtsjahr auf CHF 4,1 Mio. (Vorjahr CHF 4,1 Mio.).

Integration und Inklusion

Das soziale Engagement der Geberit Gruppe wird durch eine Vielzahl von Initiativen zu Inklusion und sozialem Zusammenhalt auf lokaler Ebene ergänzt. An verschiedenen Geberit Standorten in Europa, beispielsweise in Deutschland, Österreich, Polen, Frankreich und in der Schweiz, werden regelmässig Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen mit Fertigungs-, Montage- oder Verpackungsarbeiten beauftragt. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 30 Partnerinstitutionen in 12 Ländern unterstützt. Die Auftragssumme belief sich auf CHF 9,6 Mio. (Vorjahr CHF 8,9 Mio.).

Finanzielle Aufwendungen im Bereich Gesellschaftliches Engagement

Die nachfolgende Tabelle bietet eine zusammenfassende Übersicht zu Spenden, finanziellen Beiträgen und Aufträgen an soziale Einrichtungen/Werkstätten (vgl. vorherige Abschnitte «Global engagiert» und «Integration und Inklusion»).

Seit dem Referenzjahr 2015 stieg die Gesamtsumme dieser finanziellen Aufwendungen um 59% von CHF 8,6 Mio. auf CHF 13,7 Mio.

Alle Spenden sind parteipolitisch neutral. Es wurden keine Zuwendungen an Parteien und Politiker getätigt. Dies wird weltweit im Rahmen der jährlichen Überprüfung des Verhaltenskodex sichergestellt.