Geschäftsbericht 2025

Geschäftsbericht 2025

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Risikomanagement

Geberit verfügt über ein vom Verwaltungsrat genehmigtes, gruppenweites Risiko- und Kontrollsystem. Dieses System umfasst einen strukturierten Prozess zur Erfassung und zum Management von diversen Geschäftsrisiken inklusive ESG-bezogener Risiken.

Der Risikomanagementprozess beinhaltet folgende Schritte:

  • Risikoidentifikation und ‑klassifizierung: Ordnungsgemässe Identifikation und Bewertung der wesentlichen Risiken. Diese werden alle zwei Jahre vom Verwaltungsrat und der Konzernleitung eingehend diskutiert.

  • Risikoanalyse: Bewertung spezifischer Geschäftsrisiken und Analyse der Veränderungen seit dem letzten Risikoassessment (2-Jahre-Zyklus): Die Eintrittswahrscheinlichkeit (Probability of Occurrence) wird anhand einer Skala von unwahrscheinlich (1) bis häufig (5) bewertet.

    Um die Auswirkungen eines identifizierten Risikos zu skalieren, wird die Skala der Auswirkungen des Risikoeintritts (Impact of Risk Event) verwendet. Die Skala reicht von unbedeutend (1) bis sehr kritisch (5).

    Basierend auf der Kombination der beiden Scores werden die Risiken klassifiziert.

  • Risikosteuerung: Für jedes Risiko werden Instrumente, Massnahmen und Verantwortlichkeiten definiert und in regelmässigen Abständen überprüft.

  • Risikoreporting: Die regelmässige Berichterstattung an die Konzernleitung und den Verwaltungsrat ist Teil der Risikoerhebung, die alle zwei Jahre durchgeführt wird.

Die Resultate dieser Risikoprüfung fliessen in die strategische Planung und Unternehmenssteuerung ein.

ESG-Risiken und ‑Kontrollsysteme werden als Teil des konzernweiten Risikomanagementprozesses auf oberster Führungsebene überprüft und vom Verwaltungsrat genehmigt. Zusätzlich erhält die Konzernleitung mindestens einmal jährlich umfassende Analysen zu ESG-Risiken – unter anderem zu klimabezogenen Risiken (gemäss TCFD), zu Sorgfaltspflichten in der Lieferkette sowie zu regulatorischen Entwicklungen.

Ein konsolidierter Risikobericht wird alle zwei Jahre von der internen Revision erstellt und dem Verwaltungsrat vorgelegt, zuletzt im Berichtsjahr. Im Rahmen dieser Überprüfung wurden die wesentlichen ESG-bezogenen Risiken analysiert und hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewertet. Die folgenden Risiken wurden im Berichtsjahr als mittel («medium») eingestuft:

  • Nichteinhaltung von eigenen Umwelt- sowie Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzstandards

  • Übermässiger Energieverbrauch und übermässige Treibhausgasemissionen

  • Nichteinhaltung von Standards für nachhaltiges Bauen, Kunden- und Verbrauchererwartungen sowie (EU-)Regelungen

  • Beeinträchtigung der Nachhaltigkeitsreputation und des Markenimages

  • Gefährdung von ISO-Gruppenzertifizierungen (ISO 9001, 14001, 45001) und Risiko ihres Entzugs aufgrund unzureichender Umsetzung des Geberit Management Systems (GMS)

Die Analyse bestätigte, dass sich weder die Ausprägungen der ESG-bezogenen Risiken noch ihre Bewertung seit der letzten Berichtsperiode wesentlich verändert haben. Alle identifizierten Risiken werden laufend überwacht. Aufgrund etablierter Managementsysteme, klar definierter Verantwortlichkeiten und regelmässiger Monitoring- und Kontrollprozesse ist Geberit auf diese Risiken gut vorbereitet. Im Weiteren wurden die relevanten physischen und transitorischen klimawandelbezogenen Risiken identifiziert, quantifiziert und im Detail dokumentiert. Strategien und Massnahmen zur Risikominderung werden in den entsprechenden Themenkapiteln vorgestellt.

ESG-Berichterstattung: Risikoanalyse und Kontrolle

ESG-relevante Kennzahlen – insbesondere zu CO2-Emissionen, Energieverbrauch, Arbeitssicherheit und Sorgfaltspflichten in der Lieferkette – durchlaufen definierte Validierungs-, Plausibilisierungs- und Freigabeprozesse. Die Verantwortung für Datenerhebung und Validierung liegt bei den Fachbereichen. Kennzahlen zum Energieverbrauch und zu den CO2-Emissionen werden der Konzernleitung monatlich, Kennzahlen zur Arbeitssicherheit vierteljährlich vorgelegt. Die Inhalte der gesamten Nachhaltigkeitsberichterstattung werden jährlich validiert und vom Verwaltungsrat genehmigt.

Die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung wird durch eine Reihe weiterer Massnahmen gewährleistet. Diese umfassen:

  • Klar definierte Verantwortlichkeiten zwischen Datenverantwortlichen, Themenverantwortlichen (Corporate Human Resources, Corporate Purchasing, Corporate Sustainability, Corporate Legal Services, Corporate Internal Audit) und den Verantwortlichen für das ESG-Reporting (Corporate Communications)

  • Ein standardisiertes Vier-Augen-Prinzip bei der Datenfreigabe

  • Validierung durch Fachbereiche

  • Kontrolle durch die Konzernleitung

Die Risiken, welche sich spezifisch auf die ESG-Berichterstattung beziehen, umfassen:

  • Unvollständigkeit oder Inkonsistenz von ESG-Daten

  • Schnittstellenprobleme in Berichtssystemen

Um diese Risiken zu minimieren, wird eine softwarebasierte Datenbank für die Erfassung, Konsolidierung und Validierung von ESG-Daten entwickelt. Die Einführung ist für das Geschäftsjahr 2026 geplant.

Externe Prüfung und kontinuierliche Verbesserung

Geberit lässt die Treibhausgasbilanz (Scope 1 und 2) jährlich durch unabhängige Dritte nach ISO 14064-3 Prüfbericht Treibhausgasbilanz verifizieren. Zusätzlich werden zentrale Nachhaltigkeitskennzahlen regelmässig durch externe Ratings wie das Carbon Disclosure Project (CDP), EcoVadis und andere bewertet. Jährlich wird zusätzlich ein Fortschrittsbericht UNGC veröffentlicht. Die aus internen und externen Prüfungen gewonnenen Erkenntnisse fliessen in die Weiterentwicklung von Prozessen, Systemen und Verantwortlichkeitsstrukturen ein.

Durch diese systematische Einbindung von ESG-Aspekten in das Governance- und Kontrollsystem wird sichergestellt, dass Nachhaltigkeitsrisiken frühzeitig erkannt, datengestützt gesteuert und regulatorisch konform offengelegt werden. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung bildet damit eine verlässliche Grundlage für belastbare Führungsentscheidungen im Sinne langfristig orientierter Kapitalgeber.