Wasser
Übersicht
Die Bedeutung des Themas «Wasser» entlang der Wertschöpfungskette von Geberit
Reduktion der Wasserentnahme pro Keramik (l/kg)
Reduktion der Wasserentnahme in der Produktion
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden für das Thema «Wasser» zwei materielle Chancen identifiziert, hingegen keine wesentlichen Risiken oder negativen Auswirkungen. Der Analyseumfang umfasst alle Produktionsstandorte sowie das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE).
Ausgeschlossen wurde das Unterthema «Meeresressourcen», da weder Geberit noch die Lieferanten wesentliche Auswirkungen in diesem Bereich verursachen. Es erfolgt keine direkte Einleitung von Abwasser ins Meer, und Meeresressourcen (z. B. Salzwasser) werden in der Keramikproduktion nicht genutzt. Auch im Hinblick auf die finanzielle Wesentlichkeit ergaben sich keine relevanten Risiken oder Chancen.
Die mit dem Klimawandel verbundenen Wasserrisiken sind Bestandteil des konzernweiten Risikomanagements und werden laufend überwacht. Gemäss dem Wasserrisikoatlas des World Resources Institute (WRI) befinden sich sechs Produktionsstandorte – Gaeta (IT), Koło und Ozorków (PL), Michigan City (USA), Schanghai (CN) und Pune (IN) – in Gebieten mit hohem Wasserstress. Die Wesentlichkeitsanalyse ergab jedoch keine signifikanten Auswirkungen, Risiken oder Chancen im Zusammenhang mit klimawandelbedingten Risiken. Die Entwicklung wird weiterhin beobachtet.
Nahezu 100% der Wasserentnahme von Geberit entfallen auf die Nutzungsphase der Produkte und damit auf die nachgelagerte Wertschöpfungskette. Damit kommt insbesondere dem Wasserbedarf der Sanitärprodukte eine zentrale Bedeutung zu. Geberit setzt konsequent auf die Entwicklung wassersparender Systeme, um den Wasserverbrauch in Gebäuden zu senken.
Nachfolgend sind die identifizierten wesentlichen Chancen im Themenbereich «Wasser» aufgelistet:
|
|
|
|
Zeithorizont |
|
Wertschöpfungskette |
||||||||
Beschreibung der IRO |
|
Art |
|
kurz |
|
mittel |
|
lang |
|
vorge-lagert |
|
eigener Bereich |
|
nachge-lagert |
Der Einsatz wassersparender Sanitärsysteme kann die Position im Wettbewerb stärken und somit zu höheren Marktanteilen, erhöhtem Umsatz und Ertrag führen. |
|
Chance, potenziell |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|||
Ein positives Image im Bereich Wassersparen kann die Markenwahrnehmung und Kundenbindung stärken und somit die Marktposition fördern. |
|
Chance, potenziell |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
||
Managementsystem
Die strategische Gesamtverantwortung für Umweltthemen und ihr Management liegt beim Verwaltungsrat. Die operative Umsetzung erfolgt durch die Konzernleitung, unterstützt vom Bereich Corporate Sustainability. Dieser ist zuständig für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie das Management wasserbezogener Prozesse und Aktivitäten.
Prozesse, Massnahmen und Kontrollen
Geberit setzt konsequent auf die Entwicklung wassersparender Produkte. Laut internen Modellrechnungen konnten wassersparende Lösungen wie 2-Mengen- und Spül-Stopp-Spülkästen die benötigte Spülmenge seit 1952 um rund 80% senken. Auf Basis der Verkaufszahlen im Berichtsjahr ergibt sich ein jährliches Einsparpotenzial von bis zu 163 Millionen m3 Wasser. Grundlage der Berechnung ist die Annahme, dass im Rahmen einer Renovation ein 1-Mengen-Spülkasten mit einem Spülvolumen von 9 Liter durch ein wassersparendes Geberit System ersetzt wird.
Alle Produktionsstandorte und das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE) sind nach ISO 14001 (Umwelt) Gruppenzertifikat zertifiziert. Der eigene Umgang mit Wasser wird laufend optimiert, etwa durch die Abwasseraufbereitung in den Werken oder die Wiederverwendung von Wasser in Produktionsprozessen und Laboren.
Der Grossteil der Wasserentnahme entfällt auf die Keramikproduktion. In diesem Bereich strebt Geberit gemäss der Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel an, die jährliche Wasserentnahme (in l) pro Gesamtmenge der produzierten Keramik (in kg) um durchschnittlich 1% zu senken.
Die Wirksamkeit der Massnahmen wird regelmässig überprüft, und relevante Kennzahlen werden jährlich erhoben.
Massnahmen und Kennzahlen im Berichtsjahr
2025 hat Geberit die Definitionen und Einheiten aller wasserbezogenen Kennzahlen, darunter Wasserentnahme, Wasserverbrauch und Ableitung von Wasser, an die Vorgaben des ESRS-Standards angepasst.
Wasserentnahme
Die Wasserentnahme in der Produktion stieg im Berichtsjahr auf 915 442 m3 (Vorjahr 880 759 m3). Der Anstieg steht im Zusammenhang mit temporären Massnahmen in der technischen Infrastruktur eines Produktionswerks. 41,5% des Wassers stammten aus Grundwasser, 31,5% aus öffentlicher Versorgung, 25,7% aus Oberflächengewässern und 1,3% aus Regenwasser, siehe Tabelle:
|
|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
m3 |
|
m3 |
|
% |
||||
Öffentliche Versorgung |
|
288 361 |
|
298 835 |
|
-3,5 |
||||
Grundwasser |
|
379 660 |
|
382 467 |
|
-0,7 |
||||
Oberflächengewässer |
|
235 268 |
|
192 593 |
|
22,2 |
||||
Regenwasser |
|
12 152 |
|
6 865 |
|
77,0 |
||||
Wasserentnahme |
|
915 442 |
|
880 759 |
|
3,9 |
||||
Wasser in die Kanalisation |
|
181 357 |
|
169 611 |
|
6,9 |
||||
Wasser in Oberflächengewässer |
|
531 575 |
|
500 723 |
|
6,2 |
||||
Wasserableitung |
|
712 932 |
|
670 334 |
|
6,4 |
||||
Wasserverbrauch |
|
202 510 |
|
210 426 |
|
-3,8 |
||||
|
||||||||||
Gemäss einer Hochrechnung wurden im Berichtsjahr 16,5% des insgesamt entnommenen Wassers wiederaufbereitet und wiederverwendet.
Rund 80% der Wasserentnahme entfallen auf die Keramikproduktion. Hier wird das Wasser insbesondere für die Herstellung der keramischen Masse, die Glasur und die Reinigung der Formen benötigt. Die Wasserentnahme pro Kilogramm Keramik sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,4% auf 7,2 l/kg (Vorjahr 7,5 l/kg). Wasser wird zudem für Prozesse wie Dampfschäumung, Pulverbeschichtung sowie für Sanitäranlagen und Labore in Rapperswil-Jona (CH) verwendet. Dank zahlreichen Prozessoptimierungen konnte die Wasserentnahme in der Produktion seit dem Referenzjahr 2015 um insgesamt 21,8% gesenkt werden.
149 913 m3 bzw. 16,4% des Wassers werden in Gebieten mit hohem Wasserstress entnommen. Dazu gehören laut dem Wasserrisikoatlas des World Resources Institute (WRI) die Werke in Gaeta (IT), Koło und Ozorków (PL), Michigan City (USA), Schanghai (CN) und Pune (IN).
|
|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
m3 |
|
m3 |
|
% |
||||
Öffentliche Versorgung |
|
16 951 |
|
16 938 |
|
0,1 |
||||
Grundwasser |
|
131 240 |
|
139 211 |
|
-5,7 |
||||
Oberflächengewässer |
|
0 |
|
0 |
|
- |
||||
Regenwasser |
|
1 722 |
|
605 |
|
184,6 |
||||
Wasserentnahme |
|
149 913 |
|
156 754 |
|
-4,4 |
||||
Wasser in die Kanalisation |
|
33 909 |
|
31 806 |
|
6,6 |
||||
Wasser in Oberflächengewässer |
|
75 697 |
|
81 034 |
|
-6,6 |
||||
Wasserableitung |
|
109 605 |
|
112 840 |
|
-2,9 |
||||
Wasserverbrauch |
|
40 308 |
|
43 915 |
|
-8,2 |
||||
|
||||||||||
Wasserverbrauch
Im Berichtsjahr wurden 202 510 m3 Wasser verbraucht (-3,8% im Vergleich zum Vorjahr). Dies entspricht 22% der gesamten Wasserentnahme. Der Verbrauch ist vor allem auf Verdunstungsverluste zurückzuführen, etwa bei Kühlprozessen in der Produktion und bei der Trocknung in der Keramikfertigung. In Gebieten mit hohem Wasserstress betrug der Wasserverbrauch 40 308 m3 (-8,2% im Vergleich zum Vorjahr).
Geberit strebt sowohl eine Reduktion der Wasserentnahme an als auch eine Optimierung des Wasserverbrauchs, insbesondere durch Effizienzsteigerungen in den Produktionsprozessen.
Wasserableitung
An allen Produktionsstandorten wird das Abwasser vor der Ableitung behandelt. In der Keramikproduktion durchläuft das Prozessabwasser im Werk einen Sedimentations- und Filtrationsprozess, bevor es in die aufnehmenden Oberflächengewässer gelangt. Besonders verschmutztes Wasser aus industriellen Prozessen wie Pulverbeschichtung, Galvanik oder Metallreinigung wird vor Ort vorbehandelt, bevor es zusammen mit den übrigen Abwässern in die öffentliche Kanalisation abgeleitet wird.
78% des entnommenen Wassers wurden wieder abgeleitet. Die Abwassermenge betrug 712 932 m3 (Vorjahr 670 334 m3). Gemäss den örtlichen Bestimmungen wurden 74,6% behandelt und in Oberflächengewässer zurückgeführt und 25,4% in die Kanalisation eingeleitet. Der grösste Anteil entfiel mit 74,2% auf Prozessabwasser aus der Keramikproduktion, gefolgt von 23,9% Sanitärabwasser (Abwasser aus sanitärer Nutzung). Sonstiges Industrieabwasser, das in kommunale Kläranlagen gelangte, machte mit 1,9% nur einen geringen Anteil aus. Eine externe Wiederverwendung des Abwassers fand nicht statt.
|
|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
m3 |
|
m3 |
|
% |
||||
Sanitärabwasser |
|
170 225 |
|
161 037 |
|
5,7 |
||||
Prozessabwasser Keramik |
|
529 419 |
|
498 376 |
|
6,2 |
||||
Sonstiges Industrieabwasser |
|
13 288 |
|
10 921 |
|
21,7 |
||||
Wasserableitung |
|
712 932 |
|
670 334 |
|
6,4 |
||||
|
||||||||||
Definitionen und Berechnungsgrundlagen
Soweit verfügbar, stützt sich Geberit auf Primärdaten aus den konzerninternen Datenerfassungssystemen.
Wasserentnahme: Wasser, das aus natürlichen Quellen (z. B. Flüssen, Seen, Grundwasser) entnommen wird, unabhängig davon, ob es nach der Nutzung wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird. Als Berechnungsgrundlage gelten eigene Messungen an allen Geberit Produktionsstandorten.
Wasserverbrauch: Wasser, das durch Verdunstung oder Einbindung in Produkte dauerhaft der Verfügbarkeit entzogen wird. Als Berechnungsgrundlage gilt die Differenz zwischen Wasserentnahme und Wasserableitung.
Wasserableitung: Wasser, das nach der Nutzung in die ursprüngliche Wasserquelle zurückgeführt wird. Als Berechnungsgrundlage gelten eigene Messungen an den Geberit Produktionsstandorten.