Geschäftsbericht 2025

Geschäftsbericht 2025

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Wasser

Übersicht

Ein Kernelement der Geberit Nachhaltigkeitsstrategie ist der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen. Dies gilt ganz besonders für die Ressource Wasser. Wasserknappheit zählt laut dem Global Risk Report 2025 des World Economic Forum zu den zehn grössten globalen Risiken der kommenden Dekade und ist damit von hoher Relevanz für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Da gemäss Schätzungen der deutschen und schweizerischen Sanitärfachverbände (BDEW, SVGW) rund ein Drittel des Haushaltswasserverbrauchs auf WC-Spülungen und weitere 25 bis 35% auf Körperpflege entfallen, kommt Sanitärlösungen eine zentrale Rolle beim sparsamen Umgang mit Wasser zu.

Für Geberit ist das Thema «Wasser» vor allem im eigenen Geschäftsbereich und in der nachgelagerten Wertschöpfungskette relevant. Während das Unternehmen insbesondere die wasserintensive Keramikfertigung laufend optimiert, liegt das grösste Wirkungspotenzial in der Nutzungsphase der Produkte. Mit innovativen, wassersparenden Spültechnologien und langlebigen Sanitärlösungen leistet Geberit einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Wasserverbrauchs, zur Entlastung lokaler Wasserressourcen und zur Förderung eines ressourcenschonenden Umgangs mit Wasser.

Nachhaltigkeit
Eine Illustration mit einem Mann neben einer Toilette (Foto)

Wassersparen mit Geberit

Das Video zeigt, wie Kundinnen und Kunden mit Geberit Produkten zuhause Wasser sparen.

zum Highlight

Die Bedeutung des Themas «Wasser» entlang der Wertschöpfungskette von Geberit

Wertschöpfungskette von Geberit - Step 2 und 3 (Grafik)

Reduktion der Wasserentnahme pro Keramik (l/kg)

- 3,4 %
Veränderung gegenüber Vorjahr

Reduktion der Wasserentnahme in der Produktion

- 21,8 %
Veränderung gegenüber 2015

Auswirkungen, Risiken und Chancen

Im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden für das Thema «Wasser» zwei materielle Chancen identifiziert, hingegen keine wesentlichen Risiken oder negativen Auswirkungen. Der Analyseumfang umfasst alle Produktionsstandorte sowie das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE).

Ausgeschlossen wurde das Unterthema «Meeresressourcen», da weder Geberit noch die Lieferanten wesentliche Auswirkungen in diesem Bereich verursachen. Es erfolgt keine direkte Einleitung von Abwasser ins Meer, und Meeresressourcen (z. B. Salzwasser) werden in der Keramikproduktion nicht genutzt. Auch im Hinblick auf die finanzielle Wesentlichkeit ergaben sich keine relevanten Risiken oder Chancen.

Die mit dem Klimawandel verbundenen Wasserrisiken sind Bestandteil des konzernweiten Risikomanagements und werden laufend überwacht. Gemäss dem Wasserrisikoatlas des World Resources Institute (WRI) befinden sich sechs Produktionsstandorte – Gaeta (IT), Koło und Ozorków (PL), Michigan City (USA), Schanghai (CN) und Pune (IN) – in Gebieten mit hohem Wasserstress. Die Wesentlichkeitsanalyse ergab jedoch keine signifikanten Auswirkungen, Risiken oder Chancen im Zusammenhang mit klimawandelbedingten Risiken. Die Entwicklung wird weiterhin beobachtet.

Nahezu 100% der Wasserentnahme von Geberit entfallen auf die Nutzungsphase der Produkte und damit auf die nachgelagerte Wertschöpfungskette. Damit kommt insbesondere dem Wasserbedarf der Sanitärprodukte eine zentrale Bedeutung zu. Geberit setzt konsequent auf die Entwicklung wassersparender Systeme, um den Wasserverbrauch in Gebäuden zu senken.

Nachfolgend sind die identifizierten wesentlichen Chancen im Themenbereich «Wasser» aufgelistet:

Wasser

 

 

 

 

Zeithorizont

 

Wertschöpfungskette

Beschreibung der IRO

 

Art

 

kurz

 

mittel

 

lang

 

vorge-lagert

 

eigener Bereich

 

nachge-lagert

Der Einsatz wassersparender Sanitärsysteme kann die Position im Wettbewerb stärken und somit zu höheren Marktanteilen, erhöhtem Umsatz und Ertrag führen.

 

Chance, potenziell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein positives Image im Bereich Wassersparen kann die Markenwahrnehmung und Kundenbindung stärken und somit die Marktposition fördern.

 

Chance, potenziell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Managementsystem

Die strategische Gesamtverantwortung für Umweltthemen und ihr Management liegt beim Verwaltungsrat. Die operative Umsetzung erfolgt durch die Konzernleitung, unterstützt vom Bereich Corporate Sustainability. Dieser ist zuständig für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie sowie das Management wasserbezogener Prozesse und Aktivitäten.

Prozesse, Massnahmen und Kontrollen

Geberit setzt konsequent auf die Entwicklung wassersparender Produkte. Laut internen Modellrechnungen konnten wassersparende Lösungen wie 2-Mengen- und Spül-Stopp-Spülkästen die benötigte Spülmenge seit 1952 um rund 80% senken. Auf Basis der Verkaufszahlen im Berichtsjahr ergibt sich ein jährliches Einsparpotenzial von bis zu 163 Millionen m3 Wasser. Grundlage der Berechnung ist die Annahme, dass im Rahmen einer Renovation ein 1-Mengen-Spülkasten mit einem Spülvolumen von 9 Liter durch ein wassersparendes Geberit System ersetzt wird.

Alle Produktionsstandorte und das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE) sind nach ISO 14001 (Umwelt) Gruppenzertifikat zertifiziert. Der eigene Umgang mit Wasser wird laufend optimiert, etwa durch die Abwasseraufbereitung in den Werken oder die Wiederverwendung von Wasser in Produktionsprozessen und Laboren.

Der Grossteil der Wasserentnahme entfällt auf die Keramikproduktion. In diesem Bereich strebt Geberit gemäss der Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel an, die jährliche Wasserentnahme (in l) pro Gesamtmenge der produzierten Keramik (in kg) um durchschnittlich 1% zu senken.

Die Wirksamkeit der Massnahmen wird regelmässig überprüft, und relevante Kennzahlen werden jährlich erhoben.

Massnahmen und Kennzahlen im Berichtsjahr

2025 hat Geberit die Definitionen und Einheiten aller wasserbezogenen Kennzahlen, darunter Wasserentnahme, Wasserverbrauch und Ableitung von Wasser, an die Vorgaben des ESRS-Standards angepasst.

Wasserentnahme

Die Wasserentnahme in der Produktion stieg im Berichtsjahr auf 915 442 m3 (Vorjahr 880 759 m3). Der Anstieg steht im Zusammenhang mit temporären Massnahmen in der technischen Infrastruktur eines Produktionswerks. 41,5% des Wassers stammten aus Grundwasser, 31,5% aus öffentlicher Versorgung, 25,7% aus Oberflächengewässern und 1,3% aus Regenwasser, siehe Tabelle:

Wasserentnahme, -ableitung und -verbrauch

 

 

2025

 

2024

 

Abweichung

 

 

m3

 

m3

 

%

Öffentliche Versorgung

 

288 361

 

298 835

 

-3,5

Grundwasser

 

379 660

 

382 467

 

-0,7

Oberflächengewässer

 

235 268

 

192 593

 

22,2

Regenwasser

 

12 152

 

6 865

 

77,0

Wasserentnahme

 

915 442

 

880 759

 

3,9

Wasser in die Kanalisation

 

181 357

 

169 611

 

6,9

Wasser in Oberflächengewässer

 

531 575

 

500 723

 

6,2

Wasserableitung

 

712 932

 

670 334

 

6,4

Wasserverbrauch

 

202 510

 

210 426

 

-3,8

Alle Angaben sind gerundet, dadurch können Rundungsdifferenzen entstehen.

Gemäss einer Hochrechnung wurden im Berichtsjahr 16,5% des insgesamt entnommenen Wassers wiederaufbereitet und wiederverwendet.

Rund 80% der Wasserentnahme entfallen auf die Keramikproduktion. Hier wird das Wasser insbesondere für die Herstellung der keramischen Masse, die Glasur und die Reinigung der Formen benötigt. Die Wasserentnahme pro Kilogramm Keramik sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,4% auf 7,2 l/kg (Vorjahr 7,5 l/kg). Wasser wird zudem für Prozesse wie Dampfschäumung, Pulverbeschichtung sowie für Sanitäranlagen und Labore in Rapperswil-Jona (CH) verwendet. Dank zahlreichen Prozessoptimierungen konnte die Wasserentnahme in der Produktion seit dem Referenzjahr 2015 um insgesamt 21,8% gesenkt werden.

149 913 m3 bzw. 16,4% des Wassers werden in Gebieten mit hohem Wasserstress entnommen. Dazu gehören laut dem Wasserrisikoatlas des World Resources Institute (WRI) die Werke in Gaeta (IT), Koło und Ozorków (PL), Michigan City (USA), Schanghai (CN) und Pune (IN).

Wasserentnahme, -ableitung und -verbrauch in Wasserstressgebieten

 

 

2025

 

2024

 

Abweichung

 

 

m3

 

m3

 

%

Öffentliche Versorgung

 

16 951

 

16 938

 

0,1

Grundwasser

 

131 240

 

139 211

 

-5,7

Oberflächengewässer

 

0

 

0

 

-

Regenwasser

 

1 722

 

605

 

184,6

Wasserentnahme

 

149 913

 

156 754

 

-4,4

Wasser in die Kanalisation

 

33 909

 

31 806

 

6,6

Wasser in Oberflächengewässer

 

75 697

 

81 034

 

-6,6

Wasserableitung

 

109 605

 

112 840

 

-2,9

Wasserverbrauch

 

40 308

 

43 915

 

-8,2

Alle Angaben sind gerundet, dadurch können Rundungsdifferenzen entstehen.

Wasserverbrauch

Im Berichtsjahr wurden 202 510 m3 Wasser verbraucht (-3,8% im Vergleich zum Vorjahr). Dies entspricht 22% der gesamten Wasserentnahme. Der Verbrauch ist vor allem auf Verdunstungsverluste zurückzuführen, etwa bei Kühlprozessen in der Produktion und bei der Trocknung in der Keramikfertigung. In Gebieten mit hohem Wasserstress betrug der Wasserverbrauch 40 308 m3 (-8,2% im Vergleich zum Vorjahr).

Geberit strebt sowohl eine Reduktion der Wasserentnahme an als auch eine Optimierung des Wasserverbrauchs, insbesondere durch Effizienzsteigerungen in den Produktionsprozessen.

Wasserableitung

An allen Produktionsstandorten wird das Abwasser vor der Ableitung behandelt. In der Keramikproduktion durchläuft das Prozessabwasser im Werk einen Sedimentations- und Filtrationsprozess, bevor es in die aufnehmenden Oberflächengewässer gelangt. Besonders verschmutztes Wasser aus industriellen Prozessen wie Pulverbeschichtung, Galvanik oder Metallreinigung wird vor Ort vorbehandelt, bevor es zusammen mit den übrigen Abwässern in die öffentliche Kanalisation abgeleitet wird.

78% des entnommenen Wassers wurden wieder abgeleitet. Die Abwassermenge betrug 712 932 m3 (Vorjahr 670 334 m3). Gemäss den örtlichen Bestimmungen wurden 74,6% behandelt und in Oberflächengewässer zurückgeführt und 25,4% in die Kanalisation eingeleitet. Der grösste Anteil entfiel mit 74,2% auf Prozessabwasser aus der Keramikproduktion, gefolgt von 23,9% Sanitärabwasser (Abwasser aus sanitärer Nutzung). Sonstiges Industrieabwasser, das in kommunale Kläranlagen gelangte, machte mit 1,9% nur einen geringen Anteil aus. Eine externe Wiederverwendung des Abwassers fand nicht statt.

Aufteilung der Wasserableitung nach Kategorie

 

 

2025

 

2024

 

Abweichung

 

 

m3

 

m3

 

%

Sanitärabwasser

 

170 225

 

161 037

 

5,7

Prozessabwasser Keramik

 

529 419

 

498 376

 

6,2

Sonstiges Industrieabwasser

 

13 288

 

10 921

 

21,7

Wasserableitung

 

712 932

 

670 334

 

6,4

Alle Angaben sind gerundet, dadurch können Rundungsdifferenzen entstehen.

Definitionen und Berechnungsgrundlagen

Soweit verfügbar, stützt sich Geberit auf Primärdaten aus den konzerninternen Datenerfassungssystemen.

  • Wasserentnahme: Wasser, das aus natürlichen Quellen (z. B. Flüssen, Seen, Grundwasser) entnommen wird, unabhängig davon, ob es nach der Nutzung wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird. Als Berechnungsgrundlage gelten eigene Messungen an allen Geberit Produktionsstandorten.

  • Wasserverbrauch: Wasser, das durch Verdunstung oder Einbindung in Produkte dauerhaft der Verfügbarkeit entzogen wird. Als Berechnungsgrundlage gilt die Differenz zwischen Wasserentnahme und Wasserableitung.

  • Wasserableitung: Wasser, das nach der Nutzung in die ursprüngliche Wasserquelle zurückgeführt wird. Als Berechnungsgrundlage gelten eigene Messungen an den Geberit Produktionsstandorten.