Geschäftsbericht 2025

Geschäftsbericht 2025

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Risiko­management

Zum Thema Risikomanagement vgl. auch Corporate Governance, 3.7 Informations- und Kontrollinstrumente gegenüber der Konzernleitung, dritter Abschnitt.

Im Rahmen des Prozesses zur Risikoidentifikation, ‑analyse und ‑steuerung wurden folgende Risiken für die Geberit Gruppe als bedeutend eingestuft:

Entwicklung der europäischen Bauwirtschaft

Durch den hohen Anteil des weniger zyklischen Renovationsgeschäfts am Gesamtumsatz ist die Geberit Gruppe den Schwankungen der Baukonjunktur weniger ausgesetzt. Zudem sorgt die noch wenig fortgeschrittene Durchdringung mit moderner Sanitärtechnik in vielen Märkten dafür, dass ein langfristig hohes Potenzial für Umsatzwachstum besteht – unabhängig von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Kurzfristig kann jedoch ein Lagerauf- oder Lagerabbau beim Grosshandel die Absatzzahlen von Geberit stark beeinflussen. Auf Umsatzschwankungen wird mit den beiden in den letzten Jahren bewährten Prinzipien reagiert: strategische Stabilität und operative Flexibilität.

Verfügbarkeit von Materialien

Die Verfügbarkeit von Materialien für den Produktionsprozess wird durch eine umsichtige und stark regional/lokal ausgerichtete Beschaffungsstrategie, institutionalisierte Einkaufsprozesse und einen starken Fokus auf partnerschaftliche Lieferantenbeziehungen sichergestellt.

Veränderungen im kompetitiven Umfeld

Das umfassende Produktspektrum und innovative Produkte stellen sicher, dass die Geberit Gruppe eine führende Marktposition aufrechterhalten kann. Entscheidend sind zudem die starke Partnerschaft mit dem Handwerk, den Planern und den Investoren sowie die kooperative Zusammenarbeit mit dem Grosshandel im Rahmen des dreistufigen Vertriebsmodells.

IT-Security

Die Geberit Gruppe ist permanent daran, die Information Technology (IT-)Security zu erhöhen und weiterzuentwickeln. Dies beinhaltet die Etablierung von Abwehrmassnahmen gegen Cyberrisiken inklusive der effizienten Aufdeckung und Behandlung allfälliger Attacken. Für die Aufrechterhaltung der Business Continuity sind umfangreiche Massnahmen etabliert. Organisatorisch kümmert sich ein IT-Sicherheitskomitee, bestehend aus dem CFO (Leitung), dem Head of Operations der Gruppe, dem Head IT der Gruppe und dem Chief IT-Security Officer um alle relevanten Aspekte der IT-Security. Der Chief IT-Security Officer verfügt über ein internes Team von IT-Security-Spezialisten und ein Netzwerk von externen Dienstleistern im Bereich IT-Security. Die Konzernleitung wird zwei Mal pro Jahr intensiv zu IT-Security-Themen geschult, inklusive Simulationen von Hackerangriffen. Das IT-Sicherheitskomitee unterrichtet den Verwaltungsrat in regelmässigen Abständen (mindestens ein Mal pro Jahr) über Fragen der IT-Security. Alle Mitglieder des Verwaltungsrats sind in diesem Bereich geschult und verfügen über vertiefte Kenntnisse in den Bereichen IT, Digital, IT-Security, KI.

Die IT-Systeme werden unter Beizug externer Spezialisten regelmässig einer umfassenden und detaillierten Sicherheitsprüfung gemäss gängiger Information Security Standards und unter Berücksichtigung der neusten Bedrohungslage unterzogen. Die aktuellen Prüfungen bestätigten ein gutes Sicherheitsniveau. Ausserdem verfügt Geberit über ein Schulungsprogramm zur IT-Security für alle Mitarbeitenden – mit zusätzlichem Fokus auf neue Mitarbeitende und solche, die sich im Rahmen von Phishing-Tests nicht korrekt verhalten haben. Das Unternehmen hat sich auf Basis von Kosten-Nutzen-Überlegungen entschieden, keine Versicherung für IT-Security abzuschliessen. Insgesamt bewegt sich die Geberit Gruppe beim Thema IT-Security mindestens auf dem Niveau von Industrieunternehmen mit ähnlicher Grösse und Komplexität.

Einhaltung von Gesetzen

Die Geberit Gruppe ist bestimmten juristischen Risiken ausgesetzt, die sich aus der normalen Geschäftstätigkeit ergeben. Um Verstösse gegen Gesetze oder Richtlinien zu vermeiden, sind umfassende Compliance-Prozesse in Kraft.

Management von Währungsrisiken

Generell werden Auswirkungen von Währungsschwankungen dank einer effizienten natürlichen Absicherungsstrategie so weit wie möglich minimiert. Dabei wird darauf geachtet, dass in den verschiedenen Währungsräumen die Kosten im gleichen Verhältnis anfallen, wie Umsätze erwirtschaftet werden. Als Folge dieser natürlichen Absicherung haben Währungsschwankungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die operativen Margen. Gewinne oder Verluste resultieren hauptsächlich aus der Umrechnung der lokalen Ergebnisse in Schweizer Franken (Translationseffekte).

Im Jahr 2025 wurden 64% des Nettoumsatzes in Euro, 10% in Schweizer Franken, 6% in den nordischen Währungen (SEK, DKK, NOK), 5% in US-Dollar und 15% in weiteren Währungen erwirtschaftet. Diese weiteren Währungen enthalten neben dem britischen Pfund auch Währungen von Schwellenländern, die sich systematisch gegenüber dem Schweizer Franken abwerten.

Zu weiteren Informationen zum Management von Währungsrisiken vgl. Konsolidierter Jahresabschluss Geberit Gruppe, Note 4 sowie Note 15.

Klimabezogene Risiken

Klimawandelbedingte Risiken sind ein Bestandteil des Risikomanagementsystems und werden regelmässig im Hinblick auf ihre finanzielle Bedeutung geprüft und bewertet. Dabei wird zwischen physischen und Übergangsrisiken unterschieden. Physische Risiken wie Extremwetter oder langfristige Klimaänderungen könnten Beschaffung, Logistik und Produktion beeinflussen. Dank lokalen Strategien und Monitoring schätzt Geberit deren finanzielle Auswirkungen als gering bis moderat ein. Übergangsrisiken, etwa durch gesetzliche oder technologische Änderungen, werden mit Investitionen in ressourceneffiziente Produktion und innovative, nachhaltige Produkte adressiert. So entstehen Chancen, zusätzliche Umsätze mit energie- und wassersparenden Lösungen zu generieren. Im Berichtsjahr wurden die Analysen zu physischen und Übergangsrisiken unter Berücksichtigung verschiedener sozioökonomischer Szenarien erstmals erarbeitet und mit der Wesentlichkeitsanalyse verknüpft.