Geschäftsbericht 2025

Geschäftsbericht 2025

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Beschaffung

Lieferketten stabil, Materialpreise weiterhin hoch

Der Einkauf der Gruppe kümmert sich weltweit um die Beschaffung von Rohstoffen, Halb- und Fertigfabrikaten, Handelsprodukten und Dienstleistungen. Das flächendeckende Lieferantenmanagement bezweckt primär die Sicherstellung der Versorgung mit allen benötigten Materialien und Dienstleistungen in der vereinbarten Qualität zum vereinbarten Zeitpunkt; daneben soll es Kosten minimieren.

Die Frachtkosten waren im Berichtsjahr gewissen Schwankungen ausgesetzt. Grund dafür war die Zollsituation in Zusammenhang mit der US-Politik. Betroffen davon waren vor allem einzelne Routen im asiatischen Raum. Die Verfügbarkeit von Rohmaterialien und Komponenten war jedoch gut, die Lieferfristen blieben auf normalem Niveau.

Die Preise der direkten Materialien sanken im Berichtsjahr leicht und lagen insgesamt unter denjenigen im Jahr 2024. Von den sinkenden Ölpreisen profitierten die Kunststoffe und auch die Stahlpreise reduzierten sich dank hohem Angebot bei tiefer Nachfrage. Derweil bewegten sich die Preise von Nicht-Eisenmetallen (insbesondere Kupfer) nach oben. Dies gilt auch für Verpackungsmaterialien. Insgesamt verblieben die Einkaufspreise historisch betrachtet weiterhin auf hohem Niveau. Im Vorjahresvergleich betrugen die Auswirkungen der Preisveränderungen auf die Erfolgsrechnung in lokalen Währungen -1,6% respektive CHF -14 Mio.

Entwicklung der für Geberit relevanten währungsbereinigten Preise für direkte Produktionsmaterialien
2024/2025

(Index: Januar 2024 = 100)

95 100 105 90 2025 2024 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Die Energiepreise lagen in den ersten sechs Monaten 2025 deutlich über dem Vorjahr und blieben trotz leichter Entspannung im zweiten Halbjahr im Jahresdurchschnitt weiterhin über dem Vorjahresniveau. Insgesamt betrug der Anstieg der Energiepreise in lokalen Währungen im Vorjahresvergleich 9,7%.

Einhaltung des Verhaltenskodex für Lieferanten überprüft

Alle Lieferanten von Geberit sind zur Einhaltung umfassender Standards verpflichtet. Das betrifft die Qualität, sozialverträgliche und gesundheitskonforme Arbeitsbedingungen, die Einhaltung der Menschenrechte sowie den Umweltschutz und die Verpflichtung zu fairem Geschäftsgebaren. Grundlage für die Zusammenarbeit ist der Verhaltenskodex für Lieferanten. Dieser wurde im Berichtsjahr vollständig überarbeitet und aktualisiert. Er orientiert sich an den Prinzipien des United Nations Global Compact und ist in 15 Sprachen verfügbar. Zum Ende des Berichtsjahrs entfielen mehr als 95% des direkten Einkaufsvolumens auf Lieferanten, die den Kodex unterzeichnet hatten.

Mit regelmässigen «Environment Health and Safety»-Audits (EHS-Audits) stellen die Abteilungen Gruppeneinkauf und Nachhaltigkeit gemeinsam sicher, dass die im Verhaltenskodex aufgeführten Standards eingehalten werden. Anzahl und Inhalt der Audits werden mithilfe einer Risikomatrix bestimmt. Die Audits dienen dazu, vor Ort die Einhaltung des Verhaltenskodex und der lokalen gesetzlichen Anforderungen betreffend Umwelt, Arbeitssicherheit und soziale Verantwortung inklusive Einhaltung der Menschenrechte zu prüfen. Die Durchführung der Audits wird von einem unabhängigen Dienstleister übernommen. Daraus resultierend werden wo nötig entsprechende Massnahmen eingeleitet. Während des Berichtsjahrs wurden im Bereich Beschaffung zehn externe EHS-Audits (Vorjahr sieben EHS-Audits) bei Lieferanten durchgeführt.

Integrity Line für Lieferanten

Die 2017 eingeführte Supplier Integrity Line von Geberit gibt Lieferanten die Möglichkeit, anonym Verstösse gegen den Lieferantenkodex durch Geberit Mitarbeitende oder durch Mitbewerber zu melden. Die für die Benutzer kostenlose Hotline wird in 30 Sprachen von einem unabhängigen Dienstleistungsunternehmen betrieben. Verstösse lassen sich auch online über die Gruppen-Website von Geberit melden. Im Berichtsjahr gingen keine Verstossmeldungen ein.

Als Ergänzung zur Integrity Line wurde im Berichtsjahr die Software «Integrity Next» eingeführt. Diese vereinfacht und verbessert das Monitoring der Lieferantenverantwortung markant und sorgt für höhere Transparenz bezüglich Einhaltung des Verhaltenskodex. «Integrity Next» bildet 85% des Einkaufsvolumens für direkte Materialien ab.

Sorgfaltspflichten gemäss Schweizerischem Obligationenrecht (Art. 964a ff. OR)

Ein Teil des Risikomanagements der Beschaffung bildet auch die Prüfung der vom Schweizerischen Obligationenrecht beschriebenen Sorgfaltsplichten zur Vermeidung von Kinderarbeit und zur Verwendung von Konfliktmineralien. Geberit führt keine Konfliktmineralien (Zinn, Tantal, Wolfram oder Gold) in die EU oder die Schweiz direkt ein und verarbeitet keine solchen Rohstoffe. Das Unternehmen gilt damit nicht als einführende Organisation im Sinn der EU-Verordnung 2017/821 beziehungsweise Art. 964a ff. des Schweizerischen Obligationenrechts. Des Weiteren ergaben sich keine Verdachtsmomente zum Vorliegen von Kinderarbeit in der Lieferkette. Für weitere Informationen siehe Governance-Themen – Performance 2025.