Klimawandel und Energie
Übersicht
Die Bedeutung von «Klimawandel und Energie» in der Wertschöpfungskette von Geberit
Reduktion der CO2-Intensität
Reduktion der absoluten CO2-Emissionen
Anteil Strom aus erneuerbaren Quellen
Auswirkungen, Risiken und Chancen
Im Rahmen der erstmals 2024 durchgeführten doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierte und bewertete Geberit die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Risks and Opportunities, IRO) im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Betrachtet wurden der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Bereitstellung der Rohstoffe und deren Transport über die Produktion und Logistik bis zur Nutzungsphase der Produkte sowie deren Wiederverwertung oder Entsorgung.
Ergänzend dazu wurde 2025 eine szenariobasierte, quantitative Analyse klimawandelbedingter Risiken vorgenommen. Dabei wurden zentrale physische sowie transitorische Klimarisiken identifiziert, bewertet und in das bestehende Risikomanagementsystem (Enterprise Risk Management, ERM) integriert.
Die Erkenntnisse führten zu einer Aktualisierung und weiteren Präzisierung der bereits identifizierten Auswirkungen und Chancen, wie sie nachfolgend zusammenfassend dargestellt sind:
Die Chance entsteht durch Sanitärlösungen für extreme Wetterereignisse infolge des Klimawandels, beispielsweise bei Starkregen.
Die positive Auswirkung ergibt sich aus der Nutzung ressourcenschonender Sanitärlösungen, die insbesondere in wasserarmen Regionen zur Anpassung an den Klimawandel beitragen.
Die negative Auswirkung resultiert aus den CO2-Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen, insbesondere bei der Bereitstellung von Rohmaterialien, in der Logistik sowie bei der Entsorgung der Produkte am Ende ihres Lebenszyklus.
Nachfolgend sind die im Themenbereich «Klimawandel und Energie» identifizierten wesentlichen Auswirkungen und Chancen dargestellt. Sie beziehen sich auf alle drei inhaltlichen Dimensionen des Themenbereichs: «Anpassung an den Klimawandel», «Eindämmungsmassnahmen» und «Energie»:
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Zeithorizont |
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Wertschöpfungskette |
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Beschreibung der IRO |
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Art |
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kurz |
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mittel |
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lang |
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vorge-lagert |
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eigener Bereich |
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nachge-lagert |
Geberit Produkte unterstützen einen sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser (durch wassersparende Sanitärsysteme), was in wasserarmen Regionen zur Anpassung an den Klimawandel beiträgt. |
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Positive Auswirkung, tatsächlich |
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Aus der Geschäftstätigkeit von Geberit ergeben sich CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, insbesondere beim Rohmaterial, bei der Logistik und der Entsorgung. |
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Negative Auswirkung, tatsächlich |
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Durch den Klimawandel bedingte Extremwetterereignisse können die Nachfrage nach Geberit Sanitärlösungen erhöhen und damit zusätzliche Markt- sowie Umsatzpotenziale für Geberit schaffen. |
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Chance, potenziell |
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Szenarioanalyse
Im Berichtsjahr wurden die Analysen zu physischen und transitorischen Klimarisiken unter Berücksichtigung verschiedener sozioökonomischer Szenarien (Shared Socio-economic Pathways, SSPs) erstmals erarbeitet und mit der Wesentlichkeitsanalyse verknüpft. In den analysierten Szenarien wurden drei Zeithorizonte betrachtet, die von den im übrigen Bericht zugrunde gelegten Zeiträumen abweichen: kurzfristig (bis 2028), mittelfristig (2029–2035) und langfristig (2036–2050).
Physische Risiken
Physische Risiken umfassen akute Extremereignisse (z. B. Starkregen, Überschwemmungen) sowie chronische Veränderungen (z. B. Temperaturanstieg, Trockenperioden).
Bewertet wurden die klimabedingten Risiken für alle Produktionsstandorte und das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE). Dabei kamen verschiedene Szenarien sozioökonomischer Entwicklungen (SSPs) beziehungsweise repräsentative Konzentrationspfade (Representative Concentration Pathways, RCPs) zur Anwendung:
SSP1-2.6: Nachhaltiger Weg
SSP2-4.5: Mittlerer Weg
SSP5-8.5: Fossile Entwicklung
Weitere Informationen, Annahmen und Bewertungslogik sind im Annex erläutert.
Identifiziert wurden zwei wesentliche Risikokategorien:
Überschwemmungen (Flüsse, Starkregen, Sturmfluten, tropische Wirbelstürme): Risiko von Sachschäden und Betriebsunterbrüchen, Risiko für die Arbeitssicherheit.
Hitze und Trockenheit (extreme Hitze, Dürren, Wasserstress; inkl. Waldbrände und Kältewellen): Risiko von Betriebsunterbrüchen, für die Arbeitssicherheit und von Sachschäden.
Weitere Risikokategorien (z. B. Meeresspiegelanstieg, tauender Permafrost) wurden geprüft und in Bezug auf die Produktionsstandorte und das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE) als nicht wesentlich eingestuft.
Ergebnis: Selbst unter SSP5-8.5 bleibt das Gesamtrisiko für Überschwemmungen bis 2050 niedrig und insgesamt stabil. Punktuell ist mit einem leichten Anstieg pluvialer Ereignisse zu rechnen. Die Exponierung gegenüber Hitze und Trockenheit ist ebenfalls niedrig, mit einzelnen Standorten von höherer Sensitivität.
Steuerung: Die Kategorien sind vollständig im Risikomanagementsystem verankert. Die Standorte werden nach Risikolevel priorisiert. Massnahmen umfassen Hitze- und Hochwasserschutz, infrastrukturelle Anpassungen und Notfallkonzepte (z. B. für Überschwemmungen, Erdrutsche, Stürme). Die Abteilung Corporate Sustainability überprüft Risiken und Veränderungen im Einklang mit dem Risikomanagementzyklus.
Transitionsrisiken
Transitionsrisiken und ‑chancen entstehen aus regulatorischen, technologischen, marktbasierten und gesellschaftlichen Entwicklungen. Geberit bewertet deren finanzielle Relevanz regelmässig im Rahmen des Risikomanagements. Die Analyse der transitorischen Klimarisiken wurde im Berichtsjahr erstmals in quantitativer Form durchgeführt und in das Klimarisiko-Managementsystem des Konzerns integriert. Für die Zukunft wird es im Einklang mit dem Risikomanagement-Zyklus überprüft und bewertet.
Als potenziell relevante Transitionsrisiken wurden zwei Faktoren identifiziert:
CO2-Bepreisung: Mechanismen wie das Europäische Emissionshandelssystem (European Union Emissions Trading System, EU-ETS) und das ab 2027 vorgesehene EU ETS-2 sowie der Europäische CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) führen direkt und indirekt zu steigenden Energiepreisen und CO2-Aufschlägen entlang der Lieferkette und damit zu höheren Produktions- und Beschaffungskosten.
Investitionen in CO2-arme Produktionstechnologien: Strengere Vorschriften für Netto-Null-Emissionen bis 2050 könnten Investitionen in CO2-arme Technologien beschleunigen, insbesondere in den Keramikwerken mit den höchsten Scope-1- und -2-Emissionen. Dies birgt Risiken höherer Investitions- und Energiekosten sowie potenzieller Wertminderungen bei bestehenden Anlagen.
Ergebnis: Auf Grundlage der im Annex dargestellten Annahmen und der Projektionen der International Energy Agency (IEA) im «Stated Policies Scenario» (STEPS, «mittlerer Weg») wird das Risiko aus der CO2-Bepreisung kurzfristig als «mittel» eingestuft. Das Risiko zusätzlicher Investitionen in CO2-arme Produktionstechnologien wird derzeit als «gering» bewertet. Beide Risiken liegen unter der Wesentlichkeitsschwelle und gelten somit nicht als materiell; sie werden jedoch kontinuierlich überwacht.
Steuerung: Geberit adressiert Transitionsrisiken über die CO2-Strategie sowie über einen technologieoffenen Transformationspfad für die Brennöfen in den Keramikwerken hin zu energie- und CO2-effizienten Lösungen. Die Umsetzung erfolgt szenariobasiert unter Berücksichtigung technologischer Reife, wirtschaftlicher Tragfähigkeit und integrierter Kapitalallokation.
Fazit der Szenarioanalyse
Die Analyse der physischen Risiken bestätigt potenzielle negative Auswirkungen durch Betriebsunterbrüche und Sachschäden und hat zu gezielten Resilienzmassnahmen an priorisierten Standorten geführt.
Die transitorischen Einflussfaktoren wirken sich auf Kosten- und Investitionspfade aus, stützen jedoch gleichzeitig die in der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Chancen für langlebige, energieeffiziente sowie wasser- und ressourcenschonende Produkte. Zugleich mindern sie die negativen Auswirkungen der Treibhausgasemissionen in der Wertschöpfungskette, indem sie Anreize zur Dekarbonisierung von Beschaffung und Produktion setzen.
Insgesamt erhöhen die Szenarioanalysen die Planbarkeit in einem volatilen sozioökonomischen Umfeld – etwa im Hinblick auf künftige CO2-Preispfade – und stärken die strategische Resilienz des Geschäftsmodells von Geberit.
Die betrachteten Risiken liegen unterhalb der Wesentlichkeitsschwelle und werden kontinuierlich überwacht. Gleichzeitig eröffnen sich Wachstumschancen, etwa durch wachsendes Umweltbewusstsein und die steigende Nachfrage nach effizienten, CO2-armen Lösungen.
Managementsystem
Das Thema Klimawandel ist integraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie und auf höchster Führungsebene verankert. Der Verwaltungsrat verabschiedet die CO2-Strategie als Kernelement des Geberit Klima-Transitionsplans, überwacht die Beurteilung physischer und transitorischer Risiken sowie die Erreichung des jährlichen vergütungsrelevanten CO2-Intensitätsreduktionsziels von 5% und genehmigt den internen CO2-Preis. Die Konzernleitung trägt die operative Verantwortung für die Umsetzung der CO2-Strategie, für die Steuerung entsprechender Risikoanalysen sowie die Ableitung notwendiger Korrekturmassnahmen. Das gruppenweite Management der Nachhaltigkeitsprozesse – inklusive Steuerung der Umweltthemen – liegt beim Corporate Sustainability Team.
Klimarisiken sind im Risikomanagementsystem integriert. Für alle Standorte bestehen Business-Continuity-Managementsysteme mit definierten und laufend aktualisierten Massnahmen. In der Produktion gelten anspruchsvolle Energie- und Effizienzstandards. Die fünf deutschen Werke (Lichtenstein, Pfullendorf, Langenfeld, Wesel und Haldensleben) und die drei polnischen Werke (Koło, Włocławek und Ozorków) sind nach ISO 50001 (Energie) zertifiziert. Die Entwicklungen in der EU-Gesetzgebung für energieintensive Branchen werden fortlaufend beobachtet, um eine strategische Anpassung frühzeitig sicherzustellen.
Strategien und Richtlinien
Als Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz ist Geberit dem im revidierten CO2-Gesetz der Schweiz anvisierten Netto-Null-Ziel für 2050 und der dazugehörigen Schweizer Klimastrategie verpflichtet. Netto null bedeutet, dass die Schweiz bis 2050 nur noch so viele Treibhausgase ausstösst, wie auch wieder aus der Atmosphäre entfernt oder kompensiert werden können. Entsprechend dem Pariser Klimaabkommen von 2015 soll das Schweizer Netto-Null-Ziel dazu beitragen, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C, idealerweise 1,5 °C, gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen.
Klima-Transitionsplan und CO2-Strategie
Kernelement des Geberit Klima-Transitionsplans ist die bereits im Jahr 2022 eingeführte, gruppenweite CO2-Strategie, die in allen relevanten Geschäftsprozessen verankert ist und die Emissionen aus Scope 1 und 2 umfasst. Sie basiert auf sechs strategischen Elementen:
Transparenz
Die jährliche Treibhausgasbilanzierung (THG-Bilanz) umfasst alle Produktionswerke, das Logistikzentrum Pfullendorf sowie grössere Vertriebsgesellschaften. Seit 2012 wird der CO2-Fussabdruck entlang der Wertschöpfungskette berechnet. Seit der Überarbeitung der CO2-Strategie im Jahr 2022 sind Kennzahlen zu Scope 1 und 2 in die monatlichen Reporting- und Forecasting-Prozesse integriert und es erfolgt eine externe beschränkte Prüfung «limited assurance». Im Berichtsjahr wurde die Methode zur Berechnung der Treibhausgasemissionen (Scope 1 bis 3) samt Abgrenzungen und Auslassungen umfassend überarbeitet. Erstmals wurden alle relevanten Scope-3-Kategorien vollständig und in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Treibhausgas-Protokolls berechnet, siehe Annex.
Verantwortung
Seit 2022 ist die jährliche Reduktion der CO2-Intensität eines von fünf gleichgewichteten Kriterien für den Gruppenbonus. Damit sind die Ziele für das Management und die Schweizer Mitarbeitenden mit 20% vergütungsrelevant.
CO2-Referenzpreis
Ein zentrales Steuerungsinstrument der CO2-Strategie ist der interne CO2-Preismechanismus mit einem jährlich festgelegten CO2-Referenzpreis. Die Konzernleitung schlägt diesen im Rahmen des Budgetprozesses vor; die Genehmigung erfolgt durch den Verwaltungsrat. Für das Jahr 2025 betrug der interne Referenzpreis EUR 80 pro Tonne CO2, orientiert am europäischen Emissionshandelssystem (Emissions Trading System, EU-ETS). Der Anwendungsbereich des internen CO2-Pricings umfasst Scope-1- und -2-Emissionen.
Der CO2-Preis wird systematisch in Entscheidungsprozessen angewendet und ist verbindlicher Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsrechnungen für Investitionsprojekte. So werden CO2-Emissionen als wirtschaftlich relevante Kosten berücksichtigt und klimafreundliche Investitionen priorisiert. Projektbezogen dient der implizite CO2-Preis zusätzlich dazu, die langfristigen Auswirkungen potenzieller Investitionen realistisch abzubilden und die Sensitivität von Projekten gegenüber künftigen CO2-Kosten sichtbar zu machen.
Dieser Mechanismus stärkt die Ausrichtung der Investitionen auf energie- und emissionsreduzierende Technologien, erhöht die Transparenz der Entscheidungsgrundlagen und schafft gruppenweit Anreize, den CO2-Fussabdruck zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Verantwortung für die Erreichung der Klimaziele breit im Unternehmen verankert und in die tägliche Geschäftstätigkeit integriert.
Energie
Massnahmen zur Energieeinsparung, Effizienzsteigerung, Wärmerückgewinnung und zum Ausbau erneuerbarer Energien werden über einen Energie-Masterplan und rollierende CO2-Forecasts gesteuert. Optionen sind Einkauf von Ökostrom mit Herkunftsnachweis, langfristige Stromkaufvereinbarungen und Photovoltaikanlagen.
Strukturelle Reduktion
Im Keramikbereich (rund zwei Drittel der Scope-1- und -2-Emissionen) liegt der Fokus auf Ausschussreduktion, Brennprozessoptimierung und Abwärmenutzung. Langfristig werden alternative Energieträger wie Biogas oder grüner Wasserstoff geprüft. Zur Reduktion von Scope-3-Emissionen werden Produkte seit 2007 in Ecodesign-Workshops optimiert: weniger Material, höhere Reparierbarkeit, mehr Recyclinganteil, geringerer CO2-Fussabdruck, optimierte Verpackungen und Transportwege. Lieferanten müssen Umwelt- und Sozialstandards einhalten; Materialwahl mit niedrigen Emissionen wird zunehmend berücksichtigt.
Kompensation oder Beseitigung
Als sechstes Element der CO2-Strategie ist optional vorgesehen, jene CO2-Emissionen extern zu kompensieren oder zu beseitigen, die im Produktionsprozess nicht reduzierbar sind.
Die CO2-Strategie von Geberit wurde 2022 von einem unabhängigen externen Stakeholderpanel mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Nachhaltigkeit geprüft und als ambitioniert sowie vorbildlich beurteilt. Im Geschäftsbericht 2022 hielt das Panel dazu fest:
«Die neue CO2-Strategie von Geberit fokussiert auf konkrete Massnahmen mit einem mittelfristigen Zeithorizont. Als vorbildlich werden die durchdachten Mechanismen rund um den internen CO2-Preis sowie die verbindliche Integration von CO2-Emissionskriterien in die operative Unternehmensplanung und in die Anreizsysteme für das Management und Teile der Belegschaft (Bonusrelevanz) gesehen.»
Die externe Beurteilung unterstreicht die strategische Konsistenz und Glaubwürdigkeit der Dekarbonisierungsziele von Geberit.
Energie-Masterplan
Der Energie-Masterplan konkretisiert die wichtigsten Hebel zur Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Emissionen in den keramischen Werken. Dazu gehören Effizienzprogramme, der verstärkte Einsatz von Wärmerückgewinnung, ein optimiertes Lastmanagement sowie die schrittweise Modernisierung der Brennöfen hin zu energieeffizienten und zunehmend klimafreundlichen Technologien.
Risikoanalysen
Ein weiteres Element des Klima-Transitionsplans ist der strategische Umgang mit klimabezogenen Risiken und Chancen. Diese sind im Kapitel Risikomanagement sowie im Abschnitt Auswirkungen, Risiken und Chancen in diesem Kapitel ausführlich erläutert. Grundprinzip ist, dass ökonomische, ökologische und soziale Gesichtspunkte bei allen Entscheidungsprozessen ausgewogen berücksichtigt werden.
Durch die konsequente Verankerung der Nachhaltigkeits- und CO2-Strategie im Kerngeschäft reduziert Geberit die negativen klimawandelbedingten Auswirkungen und nutzt die identifizierten Chancen, etwa durch die Entwicklung wassersparender und ressourcenschonender Produkte. Regulatorische Entwicklungen – darunter EU-ETS, EU-ETS2 und CBAM – werden kontinuierlich beobachtet, um Strategie, Beschaffung und Investitionen vorausschauend auszurichten.
Ziele
Geberit verfolgt einen umsetzungsorientierten und messbaren Reduktionspfad für die CO2-Emissionen in Scope 1 und 2.
Scope 1 und 2
Bezug: absolute Emissionen relativ zum währungsbereinigten Nettoumsatz (CO2-Intensität)
Zielsetzung:
Durchschnittlich -5% CO2-Intensität pro Jahr (vergütungsrelevantes Ziel)
Basisjahr: 2015
Zeitraum: 2015–2035
Seit der Einführung der CO2-Strategie im Jahr 2022 hat Geberit die Scope-1- und Scope-2-Emissionen kontinuierlich reduziert. Mit dem mittelfristigen Ziel, die CO2-Intensität künftig durchschnittlich um 5% pro Jahr zu senken, liegt die Entwicklung der absoluten Emissionen im Einklang mit dem kurzfristigen Ziel der Science Based Targets Initiative (SBTi), die Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 um 42% zu reduzieren.
Scope 3
Für Scope-3-Emissionen wurden im Berichtsjahr keine quantitativen Ziele festgelegt. Der Fokus lag auf der Zusammenarbeit mit Lieferanten, um kategorie- und materialgruppenspezifische Initiativen zu entwickeln – insbesondere für CO2-intensive Materialien wie Kunststoffe und Metalle. Dazu gehören der Aufbau von Datentransparenz, die Verbesserung von Emissionsfaktoren sowie gemeinsame Massnahmenpläne entlang der Lieferkette.
Diese Initiativen verbinden kurz- bis langfristige Meilensteine und setzen klare Impulse für Investitionen und Beschaffungsentscheidungen. Sie stärken die strategische Resilienz gegenüber physischen und transitorischen Klimarisiken.
Prozesse, Massnahmen und Kontrollen
Die wichtigsten Hebel zur Senkung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen sind in der CO2-Strategie und im Energie-Masterplan verankert. Im Mittelpunkt stehen Energieeinsparung, Effizienzsteigerung, Wärmerückgewinnung und eine zunehmend dekarbonisierte Energiebeschaffung in den Werken.
Das Rückgrat der Treibhausgasbilanzierung bildet die jährliche Erfassung und Konsolidierung aller treibhausgasrelevanten Daten. Sie umfasst sämtliche Produktionssandorte, das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE), weitere Logistikeinheiten sowie Vertriebsgesellschaften in grösseren Absatzmärkten.
Parallel erhöht Geberit die Transparenz der Scope-3-Emissionen – einerseits produktspezifisch über Umweltproduktdeklarationen (EPD), andererseits materialgruppenspezifisch in der Lieferkette.
Treibhausgas-Reduktionsmassnahmen
Die Keramikfertigung verursacht rund zwei Drittel der Scope-1- und -2-Emissionen und bietet damit das grösste Reduktionspotenzial. Im Fokus stehen niedrigere Ausschuss- und Rückbrandraten, Prozessoptimierungen, Wärmerückgewinnung sowie die Prüfung alternativer Brenn- und Prozesstechnologien (z. B. auf Basis von Wasserstoff, Biogas, Elektrifizierung und Hybrid). Investitionen werden anhand impliziter CO2-Projektpreise priorisiert.
Beispiele aus dem Berichtsjahr:
Reduktion von Energiebedarf und CO2-Emissionen in den Werken in Haldensleben (DE) und Włocławek (PL) durch leichtere Ofenwagen.
Reduktion des spezifischen Energieverbrauchs der Duofix-Rahmenproduktion um 10% gegenüber 2021 durch die Inbetriebnahme einer neuen Pulverbeschichtungsanlage im Werk in Lichtenstein (DE).
Wärmerückgewinnung aus den Luftkompressoren im Werk in Włocławek und aus den Glühöfen im Werk in Ozorków (PL).
Bessere Isolierung des Heizungssystems im Werk in Włocławek, um Wärmeverluste zu verringern.
Beschaffung von neuen, effizienteren Spritzgussmaschinen in den Werken in Schanghai (CN), Ruše (SI) und Pfullendorf (DE).
Installation von LED-Beleuchtung in den Werken in Ruše und Gaeta (IT).
Installation einer neuen Heizungsanlage mit einer Luft/Luft-Wärmepumpe im Werk in Langenfeld (DE).
Installation von PV-Paneelen im Werk in Lichtenstein und Bezug von Ökostrom im Werk in Haldensleben.
Energieversorgung und ‑effizienz im eigenen Betrieb
Zur Dekarbonisierung des Strom- und Wärmebezugs baut Geberit den Anteil erneuerbarer Energien konsequent aus – wirtschaftlich hinterlegt durch den internen CO2-Preis. Instrumente sind aktuell Herkunftsnachweise und Photovoltaik für Eigenerzeugung an den Werkstandorten. Ergänzend sichern Energiestandards und Flottenvorgaben Effizienzgewinne:
Die fünf deutschen und drei polnische Werke sind nach ISO 50001 (Energie) zertifiziert.
Für die Fahrzeugbeschaffung sind gruppenweit CO2-Emissionsgrenzwerte definiert, zudem werden Anreize für elektrische Antriebe gesetzt.
Für den innerbetrieblichen Umschlag von Aufliegern und Wechselbrücken im Logistikzentrum in Pfullendorf (DE) wird seit 2025 ein vollelektrisches Umsetz-Fahrzeug eingesetzt.
Reduktionsmassnahmen in der Wertschöpfungskette
Entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette zielen die Massnahmen auf materialseitige Emissionsreduktionen, höhere Rezyklatanteile und kurze, regionale Lieferwege. Seit 2007 werden neue und weiterentwickelte Produkte konsequent nach dem Ecodesign-Ansatz über den gesamten Lebenszyklus optimiert. Zusätzlich senken optimierte Routen, bessere Auslastung und Verpackung den Energieverbrauch in der Logistik.
Beispiele für Energieeinsparungen in der nachgelagerten Logistik:
Zur Steigerung der Energieeffizienz in der innerbetrieblichen Logistik und Distributionslogistik werden modernste Fahrzeugtechnologien eingesetzt; der Anteil an Euro-6-Fahrzeugen liegt bei 90,3% (Vorjahr 86,2%), und es wird vermehrt HVO-Diesel (Hydrotreated Vegetable Oil) verwendet.
Zwischen den Keramikwerken in Bromölla (SE) und Ekenäs (FI) werden High-Capacity-Transporte eingesetzt. Das sind extralange Lkw-Kombinationen mit zwei Anhängern (bis zu 35 Meter lang). Durch die doppelte Ladekapazität und den Einsatz von HVO-Kraftstoff kann der CO2-Ausstoss im Vergleich zu herkömmlichen, mit Dieselkraftstoff betriebenen Lkw um bis zu 95% reduziert werden.
Auf verschiedenen europäischen Strecken werden Waren seit einigen Jahren mit dem kombinierten Verkehr (Schiene, Strasse und Wasser) transportiert.
Auf der Strecke zwischen Rapperswil-Jona (CH) und dem Logistikzentrum in Pfullendorf (DE) verkehren Elektro-Lkw. Darüber hinaus werden Elektro-Lkw auf verschiedenen anderen Strecken (auch grenzüberschreitend) eingesetzt.
Beispiele für Energieeinsparungen durch Produkte und Dienstleistungen:
Neues Duofix Element für Wand-WCs mit geringerem Materialeinsatz und anteiligem Ökostrom in der Produktion führt zu rund 10% CO2-Reduktion gegenüber dem Vorgängermodell.
Dusch-WC AquaClean Sela Comfort mit WhirlSpray- und Heating-on-Demand-Technologie führt zu geringerem Energieverbrauch.
Das Energierückhalteventil ERV vermeidet Wärmeverluste und spart beim Kunden ca. 50 Liter Heizöl pro Jahr.
Wasser- und energieeffiziente Urinalsysteme, teils wasserlos, optional mit autarker Energiequelle (z. B. Preda, Selva).
Modulares Armaturensystem mit reduziertem Wasser- und Energieverbrauch.
Geberit Control App zur fortlaufenden Optimierung des Wasser- und Energiemanagements.
Kontrollen und Offenlegung
Klimarelevante Kennzahlen sind fest in monatliche Berichts- und Budgetprozesse integriert. Abweichungen lösen standardisierte Gegenmassnahmen in Werken, Beschaffung und F&E aus. Der interne CO2-Preis, der Energie-Masterplan, der Ecodesign-Ansatz und ein strukturiertes Lieferanten-Managementsystem bilden ein integriertes Steuerungssystem, das wirtschaftliche Dekarbonisierungsschritte priorisiert, regulatorische Compliance sichert und die Wettbewerbsfähigkeit durch effiziente, langlebige Produkte stärkt. Ziele, Massnahmen und Fortschritt werden u. a. über das Carbon Disclosure Project (CDP) sowie in den Kennzahlen zu Energie, Emissionen und Umweltleistung transparent offengelegt.
Massnahmen und Kennzahlen im Berichtsjahr
Energieverbrauch
Direkte und indirekte Energieträger
Geberit nutzt überwiegend extern eingekaufte Energie. Als direkte Energieträger werden die Brennstoffe Erdgas, Biogas, Flüssiggas (LPG), Diesel zur Stromerzeugung, Heizöl extra leicht sowie die fossilen Treibstoffe Diesel und Benzin verwendet. Die Brennstoffe (primär für die Keramikherstellung) inklusive Fernwärme blieben mit 62,8% (Vorjahr 64,5%) nach wie vor die Hauptenergieträger, gefolgt von Strom mit 33,2% (Vorjahr 31,8%), davon 67,5% aus erneuerbaren Quellen, und Treibstoffen mit 4,0% (Vorjahr 3,7%). Als indirekte Energieträger kommen Strom und Fernwärme zum Einsatz.
Dank Effizienzsteigerungen sank der Energieverbrauch von Geberit im Vorjahresvergleich um 1,9% auf 637,5 GWh (Vorjahr 649,9 GWh). Davon entfielen 72,3% auf fossile Energieträger (u. a. Brenn- und Kraftstoffe, Fernwärme und Strom aus fossilen Quellen).
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2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
MWh |
|
MWh |
|
% |
||||
Erdgas |
|
310 273 |
|
329 362 |
|
-5,8 |
||||
Flüssiggas (LPG) |
|
67 258 |
|
67 348 |
|
-0,1 |
||||
Leichtes Heizöl |
|
5 |
|
17 |
|
-70,6 |
||||
Diesel für Stromerzeugung |
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492 |
|
575 |
|
-14,4 |
||||
Fahrzeugtreibstoff aus fossilen Quellen |
|
25 412 |
|
23 750 |
|
7,0 |
||||
Brennstoffverbrauch aus fossilen Quellen |
|
403 442 |
|
421 052 |
|
-4,2 |
||||
Zugekaufte Fernwärme aus fossilen Quellen |
|
804 |
|
748 |
|
7,5 |
||||
Zugekaufter Strom aus fossilen Quellen |
|
56 648 |
|
60 159 |
|
-5,8 |
||||
Gesamtenergieverbrauch aus fossilen Quellen |
|
460 895 |
|
481 960 |
|
-4,4 |
||||
Zugekaufter Strom aus Kernkraft |
|
12 169 |
|
12 205 |
|
-0,3 |
||||
Gesamtenergieverbrauch aus Kernkraft |
|
12 169 |
|
12 205 |
|
-0,3 |
||||
Biogas |
|
6 106 |
|
6 706 |
|
-8,9 |
||||
Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen |
|
6 106 |
|
6 706 |
|
-8,9 |
||||
Zugekaufte Fernwärme aus erneuerbaren Quellen |
|
15 663 |
|
14 486 |
|
8,1 |
||||
Selbst erzeugter Strom aus erneuerbaren Quellen |
|
1 418 |
|
230 |
|
516,5 |
||||
Zugekaufter Strom aus erneuerbaren Quellen |
|
141 257 |
|
134 324 |
|
5,2 |
||||
Gesamtenergieverbrauch aus erneuerbaren Quellen |
|
164 444 |
|
155 745 |
|
5,6 |
||||
Gesamtenergieverbrauch |
|
637 508 |
|
649 909 |
|
-1,9 |
||||
Anteil fossiler Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%) |
|
72,3 |
|
74,2 |
|
-2,6 |
||||
Anteil Kernkraft am Gesamtenergieverbrauch (%) |
|
1,9 |
|
1,9 |
|
1,6 |
||||
Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch (%) |
|
25,8 |
|
24,0 |
|
7,6 |
||||
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||||||||||
Erneuerbare Energien machten 25,8% des Gesamtenergieverbrauchs aus (Vorjahr 24,0%). Dazu zählen Brennstoffe wie Biogas und Fernwärme aus erneuerbaren Quellen, etwa durch die Nutzung von Abwärme einer nahegelegenen Papierfabrik oder Fernwärme aus einem mit Hackschnitzeln betriebenen Blockheizkraftwerk in zwei Keramikwerken. Hinzu kommt Strom aus erneuerbaren Quellen, entweder über Herkunftsnachweise oder durch eigenproduzierte Solarenergie aus Photovoltaikanlagen.
Der Anteil erneuerbarer Energie bei Fernwärme und Brennstoffen lag 2025 insgesamt bei 5,4% (Vorjahr 5,1%). Einen wichtigen Beitrag leistete das 2012 in Betrieb genommene Blockheizkraftwerk in Pfullendorf (DE), das 2025 mit 5,9 GWh regional erzeugtem Biogas gespiesen wurde. Der erzeugte Strom (2,0 GWh) wird ins Netz eingespeist, während die anfallende Abwärme (3,0 GWh) in der Produktion genutzt wird. In den Keramikwerken wurden 15,7 GWh Fernwärme aus einer Papierfabrik sowie aus einem Blockheizkraftwerk bezogen.
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|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
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|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
MWh |
|
MWh |
|
% |
||||
Zugekaufter Strom aus erneuerbaren Quellen |
|
141 257 |
|
134 324 |
|
5,2 |
||||
Einmalig gekaufte Herkunftsnachweise (HKN) |
|
141 257 |
|
134 324 |
|
5,2 |
||||
Selbst erzeugter Strom aus erneuerbaren Quellen |
|
1 418 |
|
230 |
|
516,5 |
||||
Gesamtstromverbrauch |
|
211 493 |
|
206 918 |
|
2,2 |
||||
Anteil erneuerbarer Quellen an Gesamtstromverbrauch (%) |
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67,5 |
|
65,0 |
|
3,7 |
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Der Ausbau erneuerbarer Energien wird systematisch vorangetrieben. Im Berichtsjahr stieg die Menge des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen um 8,1 GWh auf 142,7 GWh (Vorjahr 134,6 GWh), was 67,5% des gesamten Strombezugs entspricht (Vorjahr 65,0%). Dies setzt sich zusammen aus zugekaufter Menge Ökostrom mit Herkunftsnachweis (Guarantees of Origin, GOs) und Stromproduktion aus eigenen Photovoltaikanlagen.
Im Berichtsjahr wurde im Werk in Lichtenstein (DE) eine neue Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 900 kWp in Betrieb genommen. Sie ergänzt die bereits im Vorjahr installierten Anlagen in Pfullendorf (DE) und Matrei (AT). Insgesamt werden die drei PV-Anlagen jährlich voraussichtlich 1,8 GWh Strom erzeugen (Vorjahr 1,0 GWh).
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2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
MWh |
|
MWh |
|
% |
||||
Europa |
|
443 166 |
|
463 853 |
|
-4,5 |
||||
Amerika |
|
8 852 |
|
8 819 |
|
0,4 |
||||
Asien/Pazifik |
|
8 877 |
|
9 288 |
|
-4,4 |
||||
Gesamtenergieverbrauch aus fossilen Quellen |
|
460 895 |
|
481 960 |
|
-4,4 |
||||
Europa |
|
10 685 |
|
10 668 |
|
0,2 |
||||
Amerika |
|
1 221 |
|
1 254 |
|
-2,6 |
||||
Asien/Pazifik |
|
262 |
|
283 |
|
-7,4 |
||||
Gesamtenergieverbrauch aus Kernkraft |
|
12 169 |
|
12 205 |
|
-0,3 |
||||
Europa |
|
164 444 |
|
155 745 |
|
5,6 |
||||
Amerika |
|
0 |
|
0 |
|
- |
||||
Asien/Pazifik |
|
0 |
|
0 |
|
- |
||||
Gesamtenergieverbrauch aus erneuerbaren Quellen |
|
164 444 |
|
155 745 |
|
5,6 |
||||
Europa |
|
618 296 |
|
630 265 |
|
-1,9 |
||||
Amerika |
|
10 073 |
|
10 073 |
|
0,0 |
||||
Asien/Pazifik |
|
9 139 |
|
9 571 |
|
-4,5 |
||||
Gesamtenergieverbrauch |
|
637 508 |
|
649 909 |
|
-1,9 |
||||
|
||||||||||
Aufgeschlüsselt nach Regionen wurde der Grossteil (97,0%) der Energie in der Region Europa verbraucht, 1,6% in der Region Amerika und 1,4% in der Region Asien/Pazifik. Die regionale Verteilung blieb im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr unverändert.
Seit der Akquisition des energieintensiven Keramikgeschäfts im Jahr 2015 wurde der Energieverbrauch insgesamt um 30,1% gesenkt.
Emissionen in Scope 1 und 2
Im Berichtsjahr wurde die Geberit Methode zur Berechnung der Treibhausgasemissionen (Scope 1-3) samt Abgrenzungen und Auslassungen vollständig überarbeitet und aktualisiert. Infolgedessen wurden alle Zahlen für die Jahre 2023 und 2024 neu berechnet und werden in diesem Bericht neu ausgewiesen.
Seit der Übernahme der energieintensiven Keramikproduktion im Jahr 2015 konnte die Geberit Gruppe die absoluten CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) um 55,2% senken.
Scope-2-Emissionen umfassen die Emissionen aus der vom Unternehmen eingekauften Energie, besonders Strom und Wärme. Sie werden sowohl standort- als auch marktbasiert berechnet.
Bei der standortbasierten Betrachtung werden die Emissionen anhand des durchschnittlichen Energiemixes des jeweiligen lokalen Stromnetzes ermittelt. Die marktbasierten Emissionen basieren hingegen auf den spezifischen Emissionsfaktoren der tatsächlich bezogenen Stromprodukte und berücksichtigen vertragliche Vereinbarungen und Herkunftsnachweise. Der Vergleich zwischen standort- und marktbasierten Werten verdeutlicht den Einfluss der Beschaffungsentscheidungen auf die Höhe der Scope-2-Emissionen.
|
|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
t CO2-Äq. |
|
t CO2-Äq. |
|
% |
||||||
Europa |
|
84 579 |
|
88 315 |
|
-4,2 |
||||||
Amerika |
|
1 150 |
|
1 052 |
|
9,3 |
||||||
Asien/Pazifik |
|
142 |
|
212 |
|
-33,0 |
||||||
Gesamte Scope-1-THG-Emissionen |
|
85 871 |
|
89 578 |
|
-4,1 |
||||||
Europa |
|
15 567 |
|
14 004 |
|
11,2 |
||||||
Amerika |
|
1 582 |
|
1 820 |
|
-13,1 |
||||||
Asien/Pazifik |
|
5 425 |
|
5 756 |
|
-5,8 |
||||||
Gesamte Scope-2-THG-Emissionen – marktbasiert |
|
22 574 |
|
21 581 |
|
4,6 |
||||||
Europa |
|
61 668 |
|
58 388 |
|
5,6 |
||||||
Amerika |
|
1 582 |
|
1 820 |
|
-13,1 |
||||||
Asien/Pazifik |
|
5 425 |
|
5 756 |
|
-5,8 |
||||||
Gesamte Scope-2-THG-Emissionen – standortbasiert |
|
68 675 |
|
65 965 |
|
4,1 |
||||||
Europa |
|
100 146 |
|
102 319 |
|
-2,1 |
||||||
Amerika |
|
2 732 |
|
2 872 |
|
-4,9 |
||||||
Asien/Pazifik |
|
5 568 |
|
5 968 |
|
-6,7 |
||||||
Gesamte Scope-1- und-2-THG-Emissionen – marktbasiert |
|
108 446 |
|
111 158 |
|
-2,4 |
||||||
|
||||||||||||
In der marktbasierten Betrachtung sanken die absoluten CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) im Berichtsjahr auf 108 446 Tonnen (Vorjahr 111 158 Tonnen), was einer Reduktion von 2,4% entspricht. In der standortbasierten Betrachtung beliefen sich die absoluten CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) auf 154 547 Tonnen (Vorjahr 155 542 Tonnen), was einer Reduktion von 0,6% entspricht.
Darin enthalten sind CO2-Emissionen aus gemieteten oder geleasten Gebäuden und Fahrzeugen in Höhe von 3 025 Tonnen (marktbasiert) beziehungsweise 3 382 Tonnen (standortbasiert). Dies entspricht 2,7% der marktbasierten bzw. 2,2% der standortbasierten Emissionen in Scope 1 und 2.
Der Rückgang ist im Wesentlichen auf folgende Faktoren zurückzuführen:
Effizienzsteigerung in den Keramikwerken, insbesondere durch den 2024 in Betrieb genommenen Tunnelofen in Carregado (PT) sowie durch zusätzliche Energieeffizienzmassnahmen in den drei polnischen Werken im Zusammenhang mit der im Berichtsjahr abgeschlossenen ISO 50001-Zertifizierung. Der neue Tunnelofen in Carregado wurde im Berichtsjahr das erste volle Jahr genutzt und hat den Energieverbrauch gegenüber dem Vorjahr um 22% reduziert.
Erhöhter Bezug von Ökostrom für das Werk in Haldensleben (DE), der sich insbesondere in der marktbasierten Betrachtung der Scope-2-Emissionen auswirkt.
Brennstoffe stellen mit 72,8% die grösste CO2-Quelle dar (Vorjahr 74,6%), gefolgt von Strom mit 20,7% (Vorjahr 19,3%) und den Treibstoffen mit 5,8% (Vorjahr 5,3%) sowie den Prozessemissionen und der Fernwärme mit insgesamt 0,7% (Vorjahr 0,8%).
Aufgeschlüsselt nach Regionen wurde der Grossteil (92,4%) der marktbasierten absoluten CO2-Emissionen (Scope 1 und 2) in der Region Europa verursacht, während 2,5% auf die Region Amerika und 5,1% auf die Region Asien/Pazifik entfielen.
Nach der marktbasierten Methode wurden die CO2-Emissionen für Strom mit Herkunftsnachweis und aus eigenen Photovoltaikanlagen mit null Emissionen angesetzt. Der verbleibende Strombezug wurde, sofern verfügbar, auf Basis lieferantenspezifischer Emissionsfaktoren für den jeweiligen Restmix berechnet, andernfalls wurden standortbezogene Emissionsfaktoren der Internationalen Energieagentur (IEA) verwendet.
Nach der standortbasierten Methode wurden die CO2-Emissionen für Strom anhand der länderspezifischen Emissionsfaktoren der IEA berechnet.
Die verwendeten Energieattribut-Zertifikate basieren zu rund 80% auf einmaligen, ungebündelten Herkunftsnachweisen und zu rund 20% auf einmaligen, gebündelten Herkunftsnachweisen.
Im Berichtsjahr unterlag keine Gesellschaft der Geberit Gruppe einem gesetzlich regulierten Emissionshandelssystem. Zudem wurden keine Emissionen kompensiert.
Emissionen in Scope 3
Alle relevanten Scope-3-Kategorien wurden erstmals vollständig, in Übereinstimmung mit den Anforderungen des Treibausgas-Protokolls und rückwirkend für die Jahre 2023 und 2024 berechnet und in diesen Bericht aufgenommen.
Die Scope-3-Emissionen stiegen im Berichtsjahr um 2,6% auf 996 443 Tonnen CO2-Äq. (Vorjahr 971 343 Tonnen CO2-Äq.). Sie machten 90,2% (Vorjahr 89,7%) der gesamten CO2-Emissionen (Scope 1 bis 3, marktbasiert) aus und werden wie folgt aufgeschlüsselt:
|
|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
t CO2-Äq. |
|
t CO2-Äq. |
|
% |
||||||
Scope 1 |
|
85 871 |
|
89 578 |
|
-4,1 |
||||||
Scope 2 – standortbasiert |
|
68 675 |
|
65 965 |
|
4,1 |
||||||
Scope 3 |
|
996 443 |
|
971 343 |
|
2,6 |
||||||
Gesamte THG-Emissionen – standortbasiert |
|
1 150 990 |
|
1 126 885 |
|
2,1 |
||||||
Scope 1 |
|
85 871 |
|
89 578 |
|
-4,1 |
||||||
Scope 2 – marktbasiert |
|
22 574 |
|
21 581 |
|
4,6 |
||||||
Scope 3 |
|
996 443 |
|
971 343 |
|
2,6 |
||||||
Gesamte THG-Emissionen – marktbasiert |
|
1 104 889 |
|
1 082 501 |
|
2,1 |
||||||
|
||||||||||||
|
|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
t CO2-Äq. |
|
t CO2-Äq. |
|
% |
||||||
Kat. 1 Eingekaufte Waren und Dienstleistungen |
|
769 739 |
|
759 504 |
|
1,3 |
||||||
Kat. 3 Brennstoff- und energiebezogene Aktivitäten |
|
16 400 |
|
16 688 |
|
-1,7 |
||||||
Kat. 4 Vorgelagerter Transport und Distribution |
|
68 051 |
|
64 251 |
|
5,9 |
||||||
Kat. 5 Abfall aus betrieblichen Aktivitäten |
|
1 088 |
|
1 349 |
|
-19,3 |
||||||
Kat. 6 Geschäftsreisen |
|
1 296 |
|
2 059 |
|
-37,1 |
||||||
Kat. 7 Arbeitsverkehr der Mitarbeitenden |
|
12 130 |
|
12 007 |
|
1,0 |
||||||
Kat. 9 Nachgelagerter Transport und Distribution |
|
14 546 |
|
14 018 |
|
3,8 |
||||||
Kat. 11 Nutzung von verkauften Produkten |
|
29 560 |
|
23 060 |
|
28,2 |
||||||
Kat. 12 End-of-Life-Behandlung von verkauften Produkten |
|
83 634 |
|
78 406 |
|
6,7 |
||||||
Gesamte Scope-3-THG-Emissionen |
|
996 443 |
|
971 343 |
|
2,6 |
||||||
|
||||||||||||
Eingekaufte Waren und Dienstleistungen verursachten mit 69,6% die meisten CO2-Emissionen, gefolgt von der eigenen Produktion (9,8%), End-of-Life-Behandlung von verkauften Produkten (7,6%), vorgelagertem Transport und der Distribution (6,2%) und der Nutzung von verkauften Produkten (2,7%).
Die brennstoff- und energiebezogenen Aktivitäten, Geschäftsreisen, der Arbeitsverkehr der Mitarbeitenden, der nachgelagerte Transport und die Distribution spielten mit insgesamt 4,1% eine untergeordnete Rolle.
Der Anstieg der gesamten CO2-Emissionen (Scope 1 bis 3, marktbasiert) ist hauptsächlich auf den Anstieg der Emissionen aus dem eingekauften Material zurückzuführen, der durch das erhöhte Produktionsvolumen im Berichtsjahr verursacht wurde.
Scope 3.1: Eingekaufte Waren und Dienstleistungen resultierten 2025 in CO2-Emissionen in der Höhe von 769 739 Tonnen (Vorjahr 759 504 Tonnen).
Scope 3.3: Die CO2-Emissionen aus brennstoff- und energiebezogenen Aktivitäten betrugen im Berichtsjahr 16 400 Tonnen (Vorjahr 16 688 Tonnen).
Scope 3.4: Vorgelagerter Transport und Distribution verursachten insgesamt 68 051 Tonnen CO2-Emissionen (Vorjahr 64 251 Tonnen).
Scope 3.5: Der Abfall aus betrieblichen Aktivitäten verursachte insgesamt 1 088 Tonnen CO2-Emissionen (Vorjahr 1 349 Tonnen).
Scope 3.6: Geschäftsreisen mit Flugzeug, Zug und Mietwagen verursachten 1 296 Tonnen CO2-Emissionen (Vorjahr 2 059 Tonnen).
Scope 3.7: Der tägliche Arbeitsverkehr der Mitarbeitenden resultierten in insgesamt 12 130 Tonnen CO2-Emissionen (Vorjahr 12 007 Tonnen).
Scope 3.9: Der Transport und die Distribution an Kunden oder Endnutzer, die durch Dritte bezahlt wurden, verursachten insgesamt 14 546 Tonnen CO2-Emissionen (Vorjahr 14 018 Tonnen).
Scope 3.11: Durch die Nutzung von verkauften Produkten (Dusch-WCs und elektronische Waschtischarmaturen) resultierten im Berichtsjahr CO2-Emissionen aus dem Stromverbrauch für den Betrieb der Produkte in der Höhe von 29 560 Tonnen (Vorjahr 23 060 Tonnen).
Scope 3.12: Die End-of-Life-Behandlung von verkauften Produkten verursachte CO2-Emissionen in der Höhe von 83 634 Tonnen (Vorjahr 78 406 Tonnen).
Intensität der Treibhausgasemissionen
Die CO2-Intensität (CO2-Emissionen im Verhältnis zum währungsbereinigten Nettoumsatz, Scope 1 und 2, marktbasiert) sank im Jahr 2025 um 6,9% im Vergleich zum Vorjahr. Seit der Übernahme der energieintensiven Keramikproduktion im Jahr 2015 konnte Geberit die CO2-Intensität insgesamt um 69,3% verbessern, was einer durchschnittlichen jährlichen Reduktion der relativen CO2-Emissionen von 11,1% entspricht.
Reduktion von absoluten CO2-Emissionen und der CO2-Intensität im Langzeitvergleich
2015-2025
(Index: 2015 = 100)
Andere Luftemissionen
Alle lokalen Geberit Gesellschaften müssen die geltenden Gesetze und Vorschriften in Bezug auf Luftemissionsparameter einhalten. Dies wird von den lokalen Gesellschaften in Übereinstimmung mit den lokalen Vorschriften sichergestellt und verwaltet.
Basierend auf dem Energieverbrauch und den Prozessemissionen können die Emissionen von ozonabbauenden Stoffen, gemessen in CFC-11-Äquivalenten (Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe), sowie die Emissionen von NOx, SOx, NMVOC (Nichtmethan-VOC) und Staub (PM10) berechnet werden. Dabei werden Emissionsfaktoren aus der Ecoinvent-Datenbank (Version 3.11) verwendet. Die Veränderung der Emissionen ist eng mit der Veränderung des Energieverbrauchs verbunden.
|
|
2025 |
|
2024 |
|
Abweichung |
|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
kg |
|
kg |
|
% |
Stickoxide (NOx) |
|
150 525 |
|
153 093 |
|
-1,7 |
Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC) |
|
103 516 |
|
105 485 |
|
-1,9 |
Staub (PM10) |
|
90 677 |
|
89 917 |
|
0,8 |
Schwefeloxide (SOx) |
|
173 021 |
|
174 913 |
|
-1,1 |
CFC-11-Äquivalente |
|
1,6 |
|
1,7 |
|
-2,6 |
Annex
Grundlagen der Analyse physischer Risiken
Die durchgeführten Szenarioanalysen basieren auf den Shared Socio-economic Pathways (SSPs) sowie entsprechenden Representative Concentration Pathways (RCPs). Für die aktuelle Risikobewertung und die Szenarioanalyse wurde Correntics eingesetzt, eine auf physische Klimarisiken spezialisierte, datenbasierte Plattform zur Bewertung physischer Risiken für Unternehmen mit dezentraler Struktur. Mithilfe der Plattform wurde eine standortspezifische, geodatenbasierte Prüfung relevanter Naturgefahren für die Geberit Produktionsstandorte sowie das Logistikzentrum in Pfullendorf (DE) durchgeführt. Dabei erfolgte eine umfassende Überprüfung sämtlicher Indikatoren für akute und chronische Risiken.
Im Folgenden werden die Annahmen und Ziele der drei verwendeten Szenarien1 beschrieben:
SSP1-2.6: Nachhaltiger Weg: Dieses Szenario beschreibt eine globale Entwicklung, die durch eine verstärkte internationale Zusammenarbeit und langfristig ausgerichtete politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen geprägt ist. Investitionen in Bildung, Gesundheitsversorgung und Armutsreduktion nehmen zu. Technologische Innovationen werden breit eingesetzt, u. a. zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Steigerung der Ressourcen- und Energieeffizienz. Konsum- und Produktionsmuster entwickeln sich schrittweise in Richtung geschlossener Stoffkreisläufe und eines geringeren Ressourcenverbrauchs. Die globalen Emissionen erreichen vor 2030 ihren Höchststand und gehen bis 2100 auf ein Niveau von netto null oder darunter zurück. Die daraus resultierende globale Erwärmung bleibt unter 2 °C.
SSP2-4.5: Mittlerer Weg: In diesem Szenario folgt die globale sozioökonomische Entwicklung weitgehend historischen Trends. Das Wirtschaftswachstum verläuft moderat, der Wohlstand entwickelt sich unterschiedlich. Politische Massnahmen zum Klimaschutz werden umgesetzt, jedoch schrittweise und ohne grundlegende strukturelle Veränderungen. Die Energieversorgung basiert weiterhin auf einem Mix aus fossilen und erneuerbaren Energieträgern. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen verändern sich langsam. Die globalen Emissionen steigen bis etwa zur Mitte des Jahrhunderts leicht an und gehen danach zurück. Bis 2100 ergibt sich eine globale Erwärmung von rund 3 °C.
SSP5-8.5: Fossile Entwicklung: Dieses Szenario beschreibt eine Entwicklung mit starkem Fokus auf wirtschaftliches Wachstum, Urbanisierung und steigenden Energie- und Ressourcenverbrauch. Die Energieversorgung stützt sich überwiegend auf fossile Energieträger, begünstigt durch deren vergleichsweise niedrige Kosten. Technologische Innovationen konzentrieren sich vor allem auf Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen. Die internationale Zusammenarbeit bleibt begrenzt, und umwelt- und klimapolitische Massnahmen haben eine untergeordnete Bedeutung. Der Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen nehmen über das gesamte Jahrhundert hinweg deutlich zu. Dies führt bis 2100 zu einer globalen Erwärmung von über 4 °C.
Annahmen für die Szenarioanalyse transitorischer Risiken
Annahmen zur Simulierung der Auswirkungen der CO2-Bepreisung auf Produktions- und Beschaffungskosten im realistischen Szenario (mittlerer Weg):
Scope 1 und 2: Alle Werke unterliegen der CO2-Bepreisungsregulierung der EU.
Scope 3 Kategorie 1: Zulieferer unterliegen direkt oder indirekt (EU-ETS oder CBAM) der CO2-Bepreisungsregulierung der EU und geben 50% der CO2-Kosten in Form von Preiserhöhungen an Geberit weiter. Andere Scope-3-Kategorien sind bislang nicht berücksichtigt.
Geberit kann 50% der direkten und indirekten CO2-Kosten an Kundinnen und Kunden weitergeben.
Die potenzielle Entwicklung der Höhe der CO2-Bepreisung über den Zeitverlauf basiert auf IEA-Szenarien2.
Bei der Risikosimulation wurde die finanzielle Wirkung des CO2-Preises auf das Nettoergebnis auf Basis einer einjährigen Betrachtung ermittelt. Die Annahme eines CO2-Preises wirkt sich jedoch nicht nur einmalig, sondern dauerhaft als relevanter Kostenfaktor aus.
Annahmen zur Simulierung der Investitionen in neue Produktionstechnologien mit geringem CO2-Fussabdruck im realistischen Szenario (mittlerer Weg):
Die Analyse fokussiert sich auf die Umstellung der Keramiköfen in europäischen Keramik-Produktionsstandorten, die im Berichtsjahr rund 50% der gesamten Scope-1-Emissionen ausmachten.
Geberit berücksichtigt die Umstellungen auf neue Produktionstechnologien am Ende der Lebensdauer der jeweiligen Öfen in der Planung. Es sind keine regulatorischen Vorgaben absehbar, die Geberit dazu zwingen, die Ofentechnologie signifikant vor Ablauf der Lebensdauer umzustellen.
Investitionen in grüne Technologien können weitgehend entsprechend der Nutzungsdauer der bestehenden Brennöfen geplant werden. Kosten, die mit den Ausfallzeiten bei Ofenersatz anfallen, sind nicht berücksichtigt. Teilweise bestehen Subventionen für die Umstellung auf grüne Technologien.
Potenzielle Auswirkungen von Energiepreisänderungen durch den Wechsel der Produktionstechnologie sind nicht in die Simulierung integriert.
Hinweis zu Unsicherheiten: Ergebnisse sind sensitiv gegenüber CO2-Preisen, Weitergabefähigkeit, Technologieverfügbarkeit, Subventionshöhe und Energiepreispfaden.
Berechnungsgrundlagen
Soweit verfügbar, stützt sich Geberit auf Primärdaten aus den konzerninternen Datenerfassungssystemen. Zur Geberit Treibhausgasbilanzierungs-Methode (Scope 1 bis 3) siehe Methode zur Berechnung der Treibhausgasemissionen (Scope 1 bis 3).
1 1The Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC: Sixth Assessment Report. Summary for Policymakers, 21.12.2025.
2 2Im realistischen Szenario wurden die IEA CO2-Preis-Projektionen das «Stated Policies Scenario» zu Grunde gelegt (mittlerer Weg).